Jan-Peter Herz gibt Einwohnern hilfreiche Tipps für viele Notlagen

Ellenberg: Menschenrettung geht jeden etwas an

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So geht Rettung: Jan-Peter Herz (l.) und Holger Herz zeigen die richtige stabile Seitenlage. Bereits zum sechsten Mal gab es in Ellenberg den kleinen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs.

Ellenberg – Die Weihnachtsfeier ist bei der Ellenberger Feuerwehr traditionell auch mit einer praktischen guten Tat verbunden. Dabei können sich alle Bürger kostenlos in Sachen Erste Hilfe auf dem neuesten Stand halten.

„Rettung geht nämlich jeden etwas an“, lautete daher der Tenor am Sonnabend im Ellenberger Gerätehaus.

Jan-Peter Herz von der Ellenberger Feuerwehr, selbst aktiver Brandbekämpfer und ausgebildeter Rettungssanitäter, gab den interessierten Einwohnern hilfreiche Tipps für viele Notlagen. „Wir Bürger sind im Ernstfall das wichtigste Glied in der Rettungskette als Ersthelfer vor Ort“, betonte der junge kenntnisreiche Referent in der gut beheizten Fahrzeughalle, wo es sich die Zuhörer bei Glühwein und Kuchen gemütlich machten.

Die ausführlich und verständlich behandelten Themen rankten sich vom Absichern der Unfallstelle (Warndreieck auf 150 Meter Abstand außerorts und 250 Meter auf der Autobahn) über das richtige Absetzen des Notrufes, der sogenannten W-Fragen bis hin zum Verhalten beim Auffinden einer Person. „Ist die Person ansprechbar und atmet, so wird sie zumeist in die stabile Seitenlage gebracht. Atmet die Person nicht, beginnt sofort die Wiederbelebung“, erörterte Jan-Peter Herz.

Jeder kann retten

Im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen auf dem Brustkorb und zwei Beatmungen über Mund und Nase versucht der Ersthelfer, den Verletzten wieder zu reanimieren.

Bereits zum sechsten Mal gab es in Ellenberg den kleinen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs. Denn, so lautete das Fazit: Jeder kann Leben retten. Herz erläuterte die verschiedenen Möglichkeiten, eine Gefahrenlage zu melden: Per Telefon-Notruf, Whatsapp, E-Call, Google-Maps, GPS-Koordinaten, Rettungspunkt in Wald und Feldmark, Notrufsäule, Alarm-Knopf, ärztlichem Bereitschaftsdienst oder Krankentransport.

Wichtig sei es, schnell die fünf W-Fragen sicher zu beantworten, die der Disponent in der Notruf-Zentrale der Leitstelle stellt. Binnen von maximal einer Minute muss das absolviert sein.

Jede Sekunde zählt, weil im Falle eines Kreislaufversagens schon nach vier bis fünf Minuten die Chancen zur Wiederbelebung des Verletzten rapide sinken. Dann erwähnte der Ellenberger Referent die Wirkung eines modernen Defibrillators. Rund 50 dieser sprechenden Lebensretter gebe es mittlerweile allein in Salzwedel.

In lockerer Runde

Auch die Feuerwehren sind damit ausgestattet“, hieß es. Zwei Elektroden werden auf den Brustkorb geklebt und schon kann es mit der Reanimation bei Herz-Rhythmus-Störungen wie Kammerflimmern losgehen.

In gemütlich-vorweihnachtlicher Atmosphäre lernte es sich im Ellenberger Gerätehaus am Besten. Auch, was bei Knochenbrüchen oder Amputationsverletzungen am besten zu tun ist: „Blutung stillen, Druckverband anlegen, Wunde nicht berühren und abgetrennte Körperteile möglichst luftdicht verpackt in einer Plastetüte sichern“, lautete der Rat des Experten.

Und: „Bei einer Lebensrettung kann man als Helfer kaum etwas verkehrt machen, sofern man mit kühlem Sachverstand schnell und praktisch handelt und hilft und die Grundregeln kennt“, lautete am Sonnabend das Fazit im Ellenberger Gerätehaus.

VON KAI ZUBER

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