Elefantendamen küssen besser

Nachwuchsartist Joel (4) flirtet mit Elefantendame „Dunja“. Sie ist 2,96 Meter groß und wiegt stattliche 5 225 Kilogramm.

kzu Diesdorf. Der kleine Joel ist ein talentierter Nachwuchsartist. Im Handumdrehen klettert der Vierjährige am Rüssel der 2,96 Meter großen Elefantendame „Dunja“ hoch, lässt sich kurz anheben und holt sich dann ein Küsschen ab. Joel strahlt über das ganze Gesicht und „Dunja“, die immerhin 5 225 Kilogramm „Kussgewicht“ auf die Waage bringt, hat etwas Abwechslung in ihrem Winterquartier. Die Diesdorferin Malies Radsack hat es dem Zirkus May am Ortsrand von Diesdorf zur Verfügung gestellt.

Zirkus-Chef Jonny May und die Tierpfleger seines Familienbetriebes haben alle Hände voll zu tun, um das Futter für die rund 60 Tiere heranzuschaffen. Allein „Dunja“ vertilgt täglich rund 250 Kilogramm Heu, Weizenkleie, Rübenschnitzel, Zweige und Rinde. Dazu kommt die Nahrung für Kamele, Dromedare, Lamas, Pferde, Ponys, Affen, Ziegen und vier Riesenschlangen. Die liegen im Winterquartier unter warmen Rotlichtlampen.

Dass es den Tieren auf dem Gelände gut geht, sieht selbst der Laie. Unter den 360 Zirkussen in Deutschland gibt es wohl einige „schwarze Schafe“, aber bei Jonny May sind die Tiere in guten Händen. „Wenn ich erst am Futter sparen muss, kann ich gleich aufhören“, sagt der 62-Jährige. Indes zeigt Joel auf dem Hof sein kleines Königreich. Nach dem Mittagessen im gemütlichen Küchenwagen tollt er mit seinem Lieblingsziegenbock herum und holt sich auch ein Küsschen bei den verschmusten Kamelen. ZirkusChef Jonny May kann stolz sein auf den Nachwuchs: sechs Kinder und 13 Enkel. „In einem Zirkus hat es schon immer viele Kinder gegeben“, sagt er.

Gegen Mittag ist Ruhe im kleinen Zirkusdorf inmitten von rund 20 Wagen. Im mollig geheizten Küchenwagen hängen Bilder von Prominenten: Freddy Quinn als Artist, Latoya Jackson, Lena Valaitis und Rudi Carell. „Freddy Quinn ist mir besonders ans Herz gewachsen, und die Sängerin Lena Valaitis hat mal eine Mutprobe unter einem Elefanten bestanden“, erinnert sich der Seniorchef. „Wir sind ein Zirkus mit Niveau und haben sogar Zuchterfahrung mit Dickhäutern“, betont May. Nachdem der Zirkus in Oebisfelde, Mehmke und Mieste Winterquartier gemacht hat, fühlt sich die Truppe nun auch in Diesdorf gut aufgehoben. Bis Ende März bleibt die kleine Wagenstadt im Ort. Dann ist ein Gastspiel im Flecken geplant.

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