Sozialausschuss der Verbandsgemeinde streitet über Haushalt / Borchert und Lüdemann im Clinch

„Elbphilharmonie“ Wallstawe

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Carsten Borchert (rechts) und Christiane Lüdemann (4.v.l.) trennen Welten. Schulleiter Borchert führte den Einrichtungs- und Sozialausschuss gestern durch die Beetzendorfer Grundschule und verwies auf etliche Mängel.

Beetzendorf. Carsten Borchert war kaum zu beruhigen: „Der Ratbeschluss interessiert hier anscheinend keinen mehr“, ärgerte sich der Jübarer Bürgermeister während der Sitzung des Einrichtungs- und Sozialausschusses der Verbandsgemeinde am Mittwochabend in der Beetzendorfer Grundschule.

Borchert nahm an der Sitzung nur als Gastgeber teil, hatte er den Mitgliedern doch zuvor in seiner Funktion als Schulleiter seine Schule gezeigt.

Grund für die Aufregung waren die Zahlen zum Haushalt der Verbandsgemeinde – im speziellen die Kosten für den Kita-Neubau in Wallstawe. Diese hatten VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann und Kämmerin Dorlis Reimann vorgelegt. 180 000 Euro Mehrkosten für die Außenanlage der Kita (AZ berichtete). Beide räumten aber auch die Möglichkeit einer zunächst abgespeckten Version mit Kosten von 90 000 Euro ein. „Dazu gehört die Oberflächenbefestigung, der Zaun und die Drainage, die gesetzlich so vorgeschrieben ist“, erklärte Lüdemann auf AZ-Nachfrage. Auf einen Spielplatz müssten die Kinder dann aber noch ein Jahr warten.

„Das kann doch nicht sein“, war auch Angelika Scholz erbost über diese neuen Zahlen. Borchert pochte auf den Beschluss des VG-Rates von vor einem Jahr, der eine Kostendeckelung von rund einer Million Euro vorsah. Auch der Ausschussvorsitzende Günter Serien war geschockt: „Da ist doch vernachlässigt worden, die wirklichen Summen einzustellen.“ Ein Vorwurf, den VG-Bürgermeisterin Lüdemann nicht widerlegte. „Sie schmeißen hier mit Zahlen um sich, da bekomme ich das Weinen“, wurde Borchert sehr emotional. Bernd Hane zog einen großen Vergleich: „Wir haben hier doch nicht die Elbphilharmonie.“ Während Günter Serien noch betonte, das Vertrauen in die Arbeitsgruppe zur Kita Wallstawe verloren zu haben. Als die Diskussion ins persönliche abzudriften drohte, war es Angelika Scholz zu viel. „Bleibt das bei diesem Niveau hier, verlasse ich die Sitzung.“

Schließlich konnte der Ausschuss doch noch Empfehlungen an den VG-Rat beschließen. Zwei Investitionsmaßnahmen an den Kitas in Kuhfelde und Dähre sollen ein Jahr verschoben werden – Ersparnis 165 000 Euro. Der Entschluss über den Bau der Außenanlagen in Wallstawe wurde an den VG-Rat verwiesen. „Ohne die abgespeckte Version mit den Kosten von 90 000 Euro kann die Kita aber in diesem Jahr nicht mehr eröffnet werden“, betonte Christiane Lüdemann.

Von David Schröder

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