Thema im Bauausschuss

Eingestürzte Scheune in Hohenböddenstedt: Abreißen oder stehen lassen?

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Eine Scheune in Hohenböddenstedt bei Diesdorf war am 4. März durch Böen des Sturmtiefs „Bennet“ eingestürzt. Wie soll die Rräumung des Schutts ablaufen, und was soll aus dem gesamten Grundstück werden? Darüber beriet der Bauausschuss des Fleckens Diesdorf am Mittwoch.

Diesdorf – „Wie soll die Beräumung der Scheune ablaufen?“, wollte Jürgen Neuling aus Hohenböddenstedt während der Einwohnerfragestunde im Bauausschuss des Fleckens Diesdorf am Mittwochabend wissen.

Die Scheune, deren Pächter Neuling ist, war am 4. März durch Böen des Sturmtiefs „Bennet“ eingestürzt (AZ berichtete).

Jürgen Neulings Vision sei es, den Rest der Scheune, der noch steht, zu erhalten. Er wolle das Gebäude zum Unterstellen von Fahrzeugen nutzen. Die beiden anderen, leer stehenden und potenziell auch einsturzgefährdeten, Wohngebäude auf dem Grundstück sollten seiner Ansicht nach bleiben, „so lange es geht“.

Bauausschussvorsitzender Daniel Rieck sagte: „Wir haben die entsprechenden Stellen informiert über den Einsturz der Scheune.“ Eine Abrissfirma sei bereits vor Ort gewesen, ihr Kostenvoranschlag betrage 18 000 Euro plus Steuern für den kompletten Abriss. Die zwei noch auf dem Gelände stehenden Gebäude befänden sich in einem „eher desaströsen Zustand“. „Ein Abriss wird teurer, als das Grundstück wert ist“, befürchtet Rieck.

Bürgermeister Fritz Kloß regte an, generell über das gesamte Grundstück nachzudenken. „Wenn wir die Gebäude auch noch abreißen, haben wir ein riesen Loch im Ort“, meinte Kloß. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass alles innerörtlich und zumindest mit Wasser- und Stromanschluss erschlossen sei. „Man sollte überlegen, wie kriege ich da wieder ein Dorf hin?“, sagte der Bürgermeister.

Daniel Rieck vertrat eine andere Meinung. Er räumte zwar ein, dass die Besiedlung eines Ortes immer besser sei, betonte allerdings: „Ich sehe den Bedarf nicht in Hohenböddenstedt, das ist kein bevorzugtes Baugebiet.“ In Dähre würden die Grundstückspreise bei 19 Euro pro Quadratmeter liegen, „und da will schon keiner hin“. Das Grundstück in Hohenböddenstedt habe eine Größe von etwa 7000 Quadratmetern, die als Bauland nutzbar seien. Dazu kämen noch zwei Hektar Wiese. Der Gesamtwert des Flurstückes betrage rund 50 000 Euro. So viel würde wohl auch der Abriss der Gebäude kosten. „Das kommt am Ende auf ein Nullsummenspiel heraus“, erklärte Daniel Rieck.

Ein Ausschussmitglied zeigte sich hoffnungsvoll, was die Zukunft angeht. Irgendwann werde es mal ein Umdenken geben. Der Flecken Diesdorf bestehe aus 19 Ortsteilen, da könnten doch nicht alle nach Diesdorf ziehen. „Die kleinen Ortsteile dürfen nicht aussterben.“ Ähnlich sieht es Fritz Kloß. „Wir müssen etwas tun, damit wieder Leute nach Hohenböddenstedt kommen. Wir sollten den Versuch mal wagen. Wir stecken da ja nicht viel Geld rein“, argumentierte der Diesdorfer Bürgermeister. Er sei im Übrigen nicht dafür, dass der Rest der eingestürzten Scheune stehen bleibt.

Letztlich wurde das Thema vertagt. Daniel Rieck schlug vor, sich in Kürze vor Ort mit Jürgen Neuling treffen zu wollen, was Zustimmung im Bauausschuss fand.

VON CHRISTIAN REUTER

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