Apenburg: Brillantes Smetana Trio aus Prag meistert Welturaufführung

„Ein musikalisches Gebirge“

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Nach Vivaldi ist Komponist Reinhard Seehafer (r.) der Zweite, der einem Schulenburg ein Musikstück widmet. Empfänger Paul-Werner von der Schulenburg zeigte sich von der Aufführung des preisgekrönten Smetana Trios gerührt.

Altmark / Apenburg. „Das war kein einfaches Stück, das war ein monumentales musikalisches Gebirge“, würdigte die Pianistin Jitka Cechová die Welturaufführung des „Schulenburg-Trios“ aus der Feder des Intendanten Reinhard Seehafer.

Die musikalische Geburt verlief ohne jegliche Komplikationen.

Das Smetana Trio aus Prag.

Das brillante Smetana Trio aus Prag meisterte die Premiere in der Apenburger Kirche auf höchstem Niveau. Das viersätzige Stück, in traditioneller Kompositionsform verfasst, war ganz bewusst im Finale an große slawische Komponisten wie Antonin Dvorak angelehnt. Aber auch deutsche Musikgenies wie Robert Schumann schienen aus Seehafers Meisterwerk heraus zu leuchten.
Verhalten und träumerisch begann das mehrfach preisgekrönte Meister-Trio mit Jitka Cechová (Klavier), Radim Kresta (Violine) und Jan Pálenicek (Violoncello) das Stück und steigerte sich in der schwierigen Komposition dann inspirierend, rhythmisch-treibend, temperamentvoll-dramatisch bis hin zum klärenden Finale. Das Schulenburg-Trio ist dem Kunstförderer und Initiator der Altmark Festspiele Paul-Werner von der Schulenburg anlässlich seines 80. Geburtstages in Zuneigung gewidmet.

„Es ist kein Auftragswerk, sondern eine Würdigung“, betonte Komponist Reinhard Seehafer. Die dem Werk vorangestellten Bibelworte „Jegliches hat seine Zeit ...“, sind Musikkennern auch aus den gleichnamigen Songtexten der Rockgruppe Puhdys bekannt.

Applaus bei der Premiere im Gotteshaus: Als „musikalisches Gebirge“ würdigte nicht nur das Trio, sondern auch die Gäste das Werk.

Für die alte Adelsfamilie von der Schulenburg ist Seehafers Werk das zweite, das einem Vertreter des Geschlechts persönlich gewidmet ist. „Das erste stammt 1716 aus der Feder von Antonio Vivaldi. Dessen Oratorium war seinerzeit Graf Johann Matthias von der Schulenburg gewidmet, der bei Korfu in der entscheidenden Schlacht, die Venezianer von den Türken befreite“, so der Apenburger.

Nach der Welturauführung brillierte das Smetana Trio beim Sonnenwende-Konzert der Altmark Festspiele mit Beethovens berühmten „Erzherzog-Trio“, von dem die Gäste ebenso hingerissen waren. Schließlich erklatschten sie sich eine Zugabe, bei dem, die Prager Musiker erwartungsgemäß ihre Heimatmusik zum Besten gaben: die Dumka Nr. 5 von Antonin Dvorak.

Von Kai Zuber

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