Beetzendorfer Teenager haben keinen offiziellen Treffpunkt / Drei „Notquartiere“ im Ort

Eigeninitiative der Jugend gefragt

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Kein Klub weit und breit: Neben der Bahnhofsladerampe sind die Burgruine oder die Bushaltestelle heute die beliebtesten Jugendtreffs in Beetzendorf.

Beetzendorf. „Sven, ich liebe Dich!“ und „Tobi + Schnuffi = big Love“, ist an die Wand des verwahrlosten Beetzendorfer Bahnhofsgebäudes unter der einstigen Laderampe mit weißer Farbe gesprüht.

Gleich daneben das Liebessymbol schlechthin: Ein Herz, das von einen Amorpfeil durchbohrt wird.

Der zugige aber immerhin trockene Platz unter dieser Bahnhofsladerampe ist einer der beliebtesten Treffpunkte der Jugend aus Beetzendorf und der Umgebung. Dort kommen die Teenager fast täglich zusammen, wenn sie sich einmal ganz ungestört unterhalten wollen. Dann sitzen sie auf dem Geländer der Rampe – immerhin ist das ein ruhiges Fleckchen, wo man ganz ungestört ist, so die Jugendlichen. Kuscheln ist aber nur im Stehen möglich.

Heute eine Ruine: Mit Bedauern erinnern sich einige Beetzendorfer noch an die Diskothek „Enjoy“ oder den Spielgarten.

„Wir können hier sonst nirgendwo hin. Einen Jugendklub gibt es seit Jahren nicht in Beetzendorf“, erzählt Bernd Kranz. Der 23-Jährige wünscht sich wie viele andere Jugendliche auch einen Klub oder einen Jugendraum. Einen offiziellen Treffpunkt gibt es nicht, lediglich drei „Notquartiere“ im Ort, wo die Teenager des öfteren zusammenkommen: „Neben der Bahnhofsladerampe sind die Burgruine oder die Bushaltestelle heute die beliebtesten Jugendtreffs“, so Kranz.

Doch ohne Komplikationen geht es auch hier nicht. Denn: Einige Anwohner beschwerten sich über die Gepflogenheiten der Jugendlichen an diesen Treffpunkten.

Mit Bedauern erinnern sich einige Beetzendorfer noch an die Diskothek „Enjoy“ oder den Spielgarten unweit des Bahnhofs. Aber die Gebäude, die einst mit so viel Leben erfüllt waren, sind heute nur noch Ruinen.

Laut Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch hat die Kommune jedoch hier wenig Handhabe, weil sich nahezu alle Grundstücke im Bahnhofsumfeld in Privatbesitz befinden. Doch für einen Jugendklub zeigte sich der Ortschef dennoch offen: „Die Initiative dazu sollte jedoch von den Jugendlichen kommen“, betonte Schmauch. Vor geraumer Zeit gab es einmal einen Klub am Reitplatz in Beetzendorf, aber er funktionierte nicht lange: Binnen kurzer Zeit waren Teile der Inneneinrichtung zerstört oder verheizt.

Von Kai Zuber

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