Anonymer Brief in Folie / Daniel Rieck reagiert: „Was die Kommune von den Bürgern fordert, können diese auch von ihr erwarten“

Diesdorfer Rastplatz gleicht einer Müllhalde

Der Diesdorfer Rastplatz hinter der Tankstelle am Forst Vier gleicht einer Müllhalde. So ziemlich alles wurde hier entsorgt.

zu Diesdorf. „Wanderer, kommest Du nach Diesdorf, so verkünde in aller Welt, Du habest diese Dreckplätze gesehen. Es heben zum Gruß die Hand! Die Helden der Arbeit, Gemeindearbeiter Fritz Kloß (Bürgermeister), Gemeindearbeiter Michael Scholz."

Diese Sätze stehen in einem anonymen Brief. Das Papier steckt in einer Klarsichtfolie, welche mit einem dünnen Kabel an einen Pfosten der völlig vermüllten Diesdorfer Rastplatzhütte hinter der Tankstelle gerödelt wurde.

Der anonyme Zettelschreiber sieht seinen teilweise zynisch formulierten Text als Kritik an die Adresse des Ortschefs. Der ist jedoch nicht, wie behauptet wird, als Gemeindearbeiter im Flecken Diesdorf beschäftigt, sondern bei der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf als Hausmeister an der Diesdorfer Grundschule.

Hintergrund der Kritik: Der Rastplatz am Rande des so genannten Forst Vier zwischen Diesdorf und Waddekath befindet sich in einem völlig verdreckten Zustand. Der Platz unweit des Hünengrabes gleicht einer Müllkippe. Hier wurde so ziemlich alles entsorgt: Autoteile, Hausmüll, Verpackungen, leere Dosen, Flaschen und sogar gebrauchte Babywindeln. In den vergangenen Jahren hat der Flecken Diesdorf für die Säuberung der Raststelle gesorgt, obwohl es auch hier immer wieder Fälle von Vandalismus gab.

Die anonyme Kritik an die Adresse von Ortschef und Gemeindearbeiter ist aber auch deshalb brisant, weil erst kürzlich im Diesdorfer Gemeinderat das Thema Tourismusförderung angesprochen wurde. Doch: Gerade die Raststelle unweit der Landesgrenze nach Niedersachsen soll ja Touristen im Flecken Diesdorf, in der Altmark und im „Land der Frühaufsteher“ Sachsen-Anhalt willkommen heißen. Doch was die Touristen an der Pforte zum Flecken vorfinden, ist wenig erbaulich.

Denn: Auch die große Glas-Hinweistafel der Sehenswürdigkeiten in der westlichen Altmark ist nahe der Sitzecke an der Raststelle zerstört, die Scheibe ist eingeschlagen.

Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Nun stellt sich die Frage, wer grundsätzlich für die Säuberung des Schandflecks zuständig ist: Gemeinde oder Altmarkkreis? Ratsmitglied und Bauausschuss-Vorsitzender Daniel Rieck: „Die Gemeinde ist Eigentümer und Baulastträger der Fläche an der Raststelle – somit auch für die Reinigung zuständig.“ Es gebe auch grundsätzlich Probleme mit der Sauberkeit der gemeindeeigenen Flächen in den Ortsteilen, musste Rieck einräumen. „Was die Kommune von den Bürgern fordert, können diese auch von ihr erwarten“, betont der Chef des Bauausschusses. Leider gebe es jedoch für den Flecken mit seinen zahlreichen Ortsteilen nur einen einzigen Gemeindearbeiter.

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