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Diesdorfer Kameraden bewältigten von Donnerstag bis Sonnabend 30 Orkan-Einsätze

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Von: Holger Benecke

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Umgestürzter Baum zwischen Diesdorf und Dähre und Feuerwehr Diesdorf im Einsatz
Bausperre zwischen Diesdorf und Dähre: Das Hindernis lag nicht lange auf der Landesstraße 8. © Privat

Auf das Sturmtief „Ylenia“ folgte der Orkan „Zeynep“. Und wieder kam es im Norden des Altmarkkreises für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Diesdorf ganz dicke. Von Freitagabend bis Sonnabendmittag waren Verschnaufpausen ganz dünn gesät.

Diesdorf – Die unermüdlichen Ehrenamtlichen wurden in dieser Zeit zu 19 Einsätzen rund um Diesdorf gerufen. Darunter auch ein Verkehrsunfall, zu dem es durch einen umgestürzten Baum gekommen war. Dieser lag am Freitag gegen 21.30 Uhr zwischen Diesdorf und Waddekath in Höhe Forst 4 quer über der Landesstraße 8. Ein aus Richtung Waddekath kommender Pkw-Fahrer hatte sein Auto rechtzeitig vor dieser Sperre stoppen können. Als er aus der Gegenrichtung Scheinwerferlicht auf sich zukommen sah, gab der Mann noch Lichthupe. Es nutzte nichts. Aus Diesdorf kam ein Apothekenkurierdienst - mit Arzneimitteln beladen. Dessen Fahrer kam um die Kurve und bemerkte das Hindernis zu spät. Sein Wagen flog über den umgestürzten Baum und landete auf dem Pkw, der dahinter stand.

Um einen Verletzten kümmerten sich Rettungssanitäter. Diesdorfs Feuerwehr musste versuchen, dem entstandenen Chaos Herr zu werden. Das klappte trotz der komplizierten Lage wie am Schnürchen. Und einmal dabei, räumten die Kameraden gleich noch einen weiteren umgestürzten Baum weg, der 20 Meter weiter auf der L 8 lag und auch noch eine Stromleitung zerrissen hatte.

Das überwiegende Gros der 19 Einsätze der Diesdorfer, die sich wieder einmal hervorragend als Stützpunktwehr bewährten, waren umgestürzte Bäume, die zumeist von Straßen beseitigt werden mussten. Darunter auch solche Lagen wie fünf umgestürzte und ineinander verkeilte Bäume auf der Straße Haselhorst-Waddekath. Dort sperrte die Wehr erst einmal nur die Piste ab. Diesdorfs Vize-Wehrleiter Christopher Brauer traf eine klare Entscheidung: Er wollte seine Leute dort, an dieser eher nicht so wichtigen Straße, nicht in Gefahr bringen. Denn niemandem nützt eine Feuerwehr, die nicht mehr helfen kann. Brauer ließ deshalb nur absperren und eilte mit seiner Truppe zum nächsten Einsatzort.

Am nächsten Tag meldeten sich Anwohner bei ihm im Gerätehaus, die berichteten, dass sie dort schon selbst angepackt hätten. An sich lobenswert. Aber: Vor solchen Aktionen warnt der Vize-Wehrchef eindringlich. Zum einen wegen der Gefahren für die nicht ausgebildeten Freizeitsäger. Zum anderen könnten diese nicht einschätzen, welche Bäume als Nächstes stürzen würden. Und freigeben dürfen sie eine von der Feuerwehr gesperrte Straße schon gar nicht. Überhaupt seien die Wurzeln vieler Bäume durch den Orkan in dem aufgeweichten Boden dermaßen locker gerüttelt worden, dass Brauer in den nächsten Tagen noch mit einigen umfallenden Bäumen rechnet – auch ohne Sturm.

Mitten in diesen dramatischen Einsätzen mussten die Feuerwehrleute zwischendurch zur Selbsthilfe ausrücken. Das Dülseberger Gerätehaus war in Gefahr. Zwei große Bäume drohten am Sonnabend gegen 6.30 Uhr auf das Depot zu stürzen. Die Diesdorfer eilten zu Hilfe und setzten Winden ein, um die Gehölze in die richtige Richtung zu bringen.

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