Einige Anlagen liefern nur noch heiße Luft

Diesdorf: Löschbrunnen im Fokus – Grundwasser-Absenkung ein Problem

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Fast nur heiße Luft: Bauern berichten, dass in Folge der zwei Dürre-Jahre der Grundwasserspiegel teilweise um bis zu anderthalb Meter gesunken ist. Auch bei diesem Löschbrunnen zwischen Abbendorf und Diesdorf hatte die Pumpe der Diesdorfer Feuerwehr Schwierigkeiten, genügend Wasser zu ziehen.

Beetzendorf / Diesdorf – Ein kleines Ausbildungs-Training der Diesdorfer Feuerwehr, durchgeführt von Volker Brauer, brachte es unlängst ans Licht: Nicht alle Löschbrunnen, die seinerzeit von den Aktiven zur Brandbekämpfung in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf angelegt wurden, sind im Einsatz- und Ernstfall zuverlässig.

Das wurde unter anderem bei dem Brunnen an den Teichen zwischen Abbendorf und Diesdorf deutlich, wo Volker Brauer die Ausbildung der jungen Feuerwehrmänner leitete.

Trotz mehrmaliger Versuche der Wasserentnahme gab es mehr Luft als Löschwasser. „Daher ist es besonders wichtig, dass wir unser Brunnen-Register ständig aktualisieren, die bestehenden Brunnen testen und alles auf dem neuesten Stand halten“, so der stellvertretende Verbandsgemeinde-Wehrleiter vor Ort.

Löschbrunnen werden auch weiterhin besonders im Fokus stehen. Die Grundwasser-Absenkung durch die beiden Dürre-Jahre stellt ein großes Problem dar. Einige Brunnen in der VG liefern nicht mehr genügend Wasser. „Den aktuellen Stand zeigt unsere Risikoanalyse. Das wird auch Thema während unserer nächsten Leitungssitzungen sein“, erklärte auch VG-Wehrleiter Ronny Runge auf Anfrage.

Fit für den Ernstfall

Um nicht im Ernstfall entscheidende Minuten zu verlieren, müssen alle zuverlässigen Brunnen bekannt sein und weitere Standorte durch Bohrungen neu geschaffen werden. Diesdorfs Vize-Wehrleiter Christopher Brauer: „Wir müssen etwa zweimal pro Jahr die Brunnen testen. Dabei wird mindestens eine halbe Stunde lang Wasser abgepumpt“, so Brauer. Das beugt auch vor, damit die Brunnen intakt bleiben und nicht versanden.

Meist als Saugbrunnen

Löschbrunnen sind in der ländlichen Region der VG wichtig, weil in einigen Gebieten nur eine unzureichende Wasserversorgung über das Trinkwassernetz oder über Löschteiche besteht. „Diese Brunnen werden hauptsächlich als Saugbrunnen betrieben. Liegt der unterirdische Wasserspiegel allerdings tiefer als acht Meter, ist die maximale geodätische Saughöhe der Feuerwehrpumpe überschritten“, erklärt Bert Juschus als Chef des Feuerschutzausschusses der VG.

Der Brunnen muss dann mit einer Tiefenpumpe, einer sogenannten Unterwassermotorpumpe, ausgerüstet werden um die Feuerwehrpumpe zu unterstützen. Die Unterwasserpumpe sollte sowohl mit Netzstrom als auch über ein Notstromaggregat betrieben werden können, falls im Brandfall der komplette Strom ausfällt oder abgeschaltet werden muss.

Rund 80 in der Region

Die Löschwasserbrunnen werden nach ihrer Ergiebigkeit unterteilt: Der Löschwasserbrunnen „Klein“ hat eine Ergiebigkeit von 400 bis 800 Liter pro Minute, der mittlere Löschwasserbrunnen erreicht eine Ergiebigkeit von über 800 bis 1600 Liter pro Minute und der große Brunnen ergibt 1600 Liter in einer Minute.

Die Ergiebigkeit der einzelnen Brunnen muss über einen Zeitraum von etwa drei Stunden gewährleistet sein. In der Region sind derzeit rund 80 Feuerwehr-Brunnen registriert.

VON KAI ZUBER

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