Gemeinderat verurteilt Sachbeschädigungen und Brandstiftungen

Diesdorf: „So kann das nicht weitergehen!“

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Der ehemalige Jugendklub in Diesdorf war in der Nacht zum 24. November abgebrannt. Dabei war ein Schaden von rund 10 000 Euro entstanden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Diesdorf – Diesdorf sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für negative Schlagzeilen. Der ehemalige Jugendklub war im November abgebrannt, die Polizei geht von Brandstiftung aus. Erst kürzlich, in der Nacht zum 11.

Januar, wurden mehrere Gebäude in der Poststraße und Am Markt in Diesdorf mit blauen Graffiti beschmiert. „Das finde ich furchtbar und bedenkenswert“, sagte dazu die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Scholz während der jüngsten Diesdorfer Gemeinderatssitzung.

„Gerüchte kursieren“

„Es kursieren tausend Gerüchte, aber das geht mir auf die Nerven“, drückte Scholz unmissverständlich ihren Unmut aus. Beim Brand des Jugendklubs seien nicht nur der Klub abgebrannt, sondern auch noch Bäume, ein Zaun und ein Bagger auf dem benachbarten Schulhof beschädigt worden. Solange kein Täter ermittelt sei, könne auch niemand für die Schäden haftbar gemacht werden. Gleiches gelte für die Schmierereien. „Wenn man etwas beweisen kann, muss man es bei der Polizei melden“, appellierte Scholz.

Ratsherr Daniel Rieck sagte, die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Die Graffiti seien mit den Buchstaben „FFW“ unterzeichnet gewesen, was wohl für „Freiwillige Feuerwehr“ stehen würde. Der Diesdorfer Ortswehrleiter habe zwei Kameraden vom Dienst freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt seien. „Das ist schon bitter“, erklärte Rieck.

„Das Beschmieren von Häuserwänden ist auch ein Tatdelikt. Wer soll das wieder wegmachen?“, betonte Angelika Scholz. Immer wieder werde in Diesdorf etwas demoliert oder beschmiert. Dies könne nicht so weitergehen.

So sahen das auch die anderen Ratsmitglieder. Allerdings befürchtet Ratsherr und Jugendklubleiter Torsten Neumann: „Wenn da kein Riegel vorgeschoben wird, wird das immer so weitergehen.“

Ratsmitglied Matthias Nieschlag gab der Polizeireform die Schuld an den Zuständen. Es gebe einfach zu wenig Polizisten. Immerhin konnte Bürgermeister Fritz Kloß während der Ratssitzung auch eine gute Nachricht verkünden: „Die Räumung des abgebrannten Jugendklubs hat noch vor Weihnachten geklappt.“

Polizeisprecher Frank Semisch sagte auf AZ-Nachfrage zu den Grafitti in Diesdorf: „Wir haben eine Ermittlungsrichtung. Die Frage ist aber, was kann bewiesen werden.“ Was aus der Bevölkerung komme, seien bisher nur Vermutungen.

VON CHRISTIAN REUTER

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