VG-Wehrleiter Ronny Runge äußert sich zur Empfehlung der Unfallkasse

2-G-Dienstanweisung für Feuerwehren in der VG Beetzendorf-Diesdorf eine Kann-Bestimmung

Feuerwehrleute
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Die Feuerwehren der VG Beetzendorf-Diesdorf folgen aktuell nicht der Empfehlung der Unfallkasse zur strengen Umsetzung der 2-G-Regel im Einsatzfall.
  • VonKai Zuber
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Die aktuellen Hinweise der Feuerwehr-Unfallkasse sorgen auch bei den Aktiven der Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf für kontroverse Diskussionen. Laut der Empfehlung sollen Einsatzkräfte vor dem Coronavirus geschützt werden, indem für sie im Falle einer Alarmierung die 2-G-Regel gelten müsse.

Beetzendorf. Die Empfehlung der Unfallkasse ist für jeden Träger einer Feuerwehr daher zwar nicht zwingend einzuhalten, aber dennoch von gewisser Bedeutung. „Die Empfehlung ist eine Kann-Bestimmung der Feuerwehr-Unfallkasse, aber im Falle des Falles stehen die Kommunen alleine da“, sagte Beetzendorf-Diesdorfs VG-Wehrleiter Ronny Runge. Er sei „nicht dafür, die Gesellschaft weiter zu spalten“, beziehungsweise eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in Bezug auf die Corona-Impfung herbeizuführen, sagte der VG-Wehrleiter auf Anfrage.

Denn, wie die AZ recherchierte, erwägen nicht wenige Feuerwehrmitglieder bei strikter Umsetzung der 2-G-Regel ihren ehrenamtlichen Dienst quittieren zu wollen. „Wir brauchen daher in der VG Beetzendorf-Diesdorf eine solche 2-G-Dienstanweisung wie in Klötze nicht umzusetzen“, betonte Runge erleichtert. Mit großem Interesse hatten er und seine Kameraden die Berichterstattung über die aktuellen Ereignisse bei den östlichen Nachbarn in der Einheitsgemeinde Klötze verfolgt.

Ronny Runge: „Es ist eine Empfehlung und keine Vorschrift. Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft.“

Demnach gilt seit dem 13. Dezember für die dortigen Feuerwehren die strenge 2-G-Regel. Nur Geimpfte und Genesene sitzen demnach in den Einsatzfahrzeugen beim sogenannten Erstangriff. Weitere Aktive müssen im Ernstfall erst einen Corona-Test vorweisen oder durchführen, was jedoch problematisch ist. So sieht es die neue Dienstanweisung in Klötze vor.

Doch ob mit dieser Anweisung auch im dünn besiedelten ländlichen Bereich erfolgreich schnelle Angriffstrupps auf die Beine gestellt werden können, das bezweifeln nicht wenige Aktive. Denn bis ein Corona-Test durchgeführt und ausgewertet ist, können nicht selten 15 wertvolle Minuten vergehen.

Und dass Zeit bei der Truppe bekanntlich entscheidend ist, weiß jeder aktive Feuerwehrmann nur zu gut. „Auch wenn wir die 2-G-Regel in der VG Beetzendorf-Diesdorf nicht umsetzen, heißt das nicht, dass wir in Bezug auf Corona keine Vorsicht walten lassen“, betonte Ronny Runge. Selbstverantwortung werde großgeschrieben und Dienste werden eingeschränkt. Alle geltenden Hygieneregeln werden eingehalten, hieß es. Dass beim Verzicht auf die 2-G-Regel, wie in Klötze argumentiert wurde, der Versicherungsschutz nicht greift, lässt Runge nicht gelten: „Es ist eine Empfehlung und keine Vorschrift.“ Falls das jedoch zur Pflicht werde, könne die Feuerwehr wohl auf vielen Dörfern nicht mehr den Schutz wie bisher garantieren, hieß es zu einer möglichen Verschärfung der Corona-Regeln.

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