1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Hanf als Pflanze der Zukunft

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Luftbild eines agrargenossenschaftlichen Betriebs am Rande eines Dorfes.
Die Vereinigten Saatzuchten mit ihrem Standort Dähre setzen verstärkt auf den Anbau von Nutzhanf. 30 Anbauer in der Region sind auf rund 300 Hektar Fläche bei dem innovativen Projekt dabei. © Kai Zuber

„Für die Zukunft gilt es, die landwirtschaftlichen Mitglieder der Warengenossenschaft zu stärken und die Standorte der Vereinigten Saatzuchten eG (VSE), darunter Dähre, zukunftsfähig und profitabel auf die Anforderungen der modernen Landwirtschaft auszurichten.“ Diese Ankündigung machte Dr. Christoph Hauser als neuer geschäftsführender Vorstand auf der jüngsten Generalversammlung. Dass diesen Ankündigungen auch Taten folgen, wird zum einen ersichtlich an dem Pionierprojekt VSE-Blumenzwiebeln, welches laut dem Vorstand schon mitten in der Umsetzung steckt. Hinzu kommen weitere Pioneerprojekte wie VSE-Arzneipflanzen und VSE-Nutzhanf.

Dähre – Alle Projekte der Genossenschaft mit Hauptsitz in Ebstorf haben ein enormes Potential und leisten einen großen Beitrag, wenn es um die Erschließung von neuen, profitablen Geschäftsfeldern geht. Als nächstes Pionierprojekt wird nach den Blumenzwiebeln nun auch der Anbau von Nutzhanf in einer Projektgruppe in die Tat umgesetzt. Es wurde sich bewusst für einen Projektanbau entschieden. Dabei steht die optimale Wertschöpfung für alle Genossenschafts-Mitglieder im Mittelpunkt. Der Hanf erfährt dabei eine Doppelnutzung, da sowohl die Faser als auch die Samen genutzt werden. „Dies bietet einen Mehrwert für alle Beteiligten. Mit dem VSE-Projekt Nutzhanf investiert das Unternehmen zum einen in nachhaltige Rohstoffe, bei denen die Faser als alternatives und nachhaltiges Material beispielsweise in Form von Dämmmaterialien und Faserbausteinen in den Häuserbau einfließen kann“, machte Dr. Christoph Hauser deutlich. Langfristige CO 2-Bindung in Baustoffen sei hierbei ein weiteres modernes Thema.

Ein großer Vorteil ist laut Hauser dabei die Vernetzung mit den Raiffeisenmärkten in der Region. Über die Märkte kann das nachhaltige Dämmmaterial unter anderem regional angeboten werden. Außerdem werden die Hanfsamen bei der Herstellung für Hanfsamenöl, Proteinpulver oder Spezialfuttermittel eine weitere Verwendung finden. Zunächst wurde nur von einer Handvoll Interessenten für das Projekt ausgegangen. Allerdings wurde hier der Pioniergeist der VSE belohnt. Denn aktuell haben sich mehr als 30 Anbauer in der Region dazu bereit erklärt in diesem Jahr auf fast 300 Hektar Anbaufläche Nutzhanf für die Vereinigten Saatzuchten eG anzubauen. Besonders freut das Ebstorfer Traditionsunternehmen das überregionale Interesse und die Neugierde nicht nur bei Landwirten in Niedersachsen, sondern auch in Schleswig-Holstein. Allgemein war es auf Grund der Strahlkraft der neuen Projekte möglich, sogar neue Mitglieder für die VSE zu gewinnen.

Die Aussaat des Nutzhanfs wird voraussichtlich im April starten. Die Pflanze benötigt durch ihr gutes Wurzelwerk wenig Wasser, Dünger, keinen Pflanzenschutz und ist im Verhältnis sehr viel anspruchsloser als andere Pflanzen. „Nutzhanf reiht sich damit in eine Gruppe von neuen ökologischen Anbausystemen ein. Die VSE unterstützt und begleitet jedes ihrer Mitglieder beim Anbau. Für ein optimales Projektergebnis werden regelmäßige Arbeitskreise stattfinden. Durch Erfahrungsaustausch voneinander Lernen ist eine genossenschaftliche Stärke“, betonte Dr. Hauser. Für die bevorstehende Ernte gebe es selbstverständlich bereits ein Konzept. Die Anbauer werden nicht nur durch die Genossenschaft unterstützt, sondern die VSE übernimmt auch mithilfe von Spezialmaschinen das Dreschen, Schwaden, Rösten, Pressen und die Einlagerung für die Landwirte. Um Ihre landwirtschaftlichen Mitglieder zu fördern, sind neben der Stärkung der traditionellen Geschäftsfelder „weitere profitable Geschäftsprojekte in der Pipeline“, so Dr. Hauser. Dabei setze die Genossenschaft auf die gute Zusammenarbeit ihrer 160 Mitarbeiter und die Stärke der knapp 900 Mitglieder.

Auch interessant

Kommentare