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Feuerwehr-Rente für Diesdorfer Kameraden: „Finanziell nicht machbar“

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Von: Kai Zuber

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Rund 30 Feuerwehrleute sitzen im Rahmen einer Jahreshauptversammlung an mehreren Tischen.
Die Aktiven setzen bei ihren Einsätzen manchmal sogar ihr Leben aufs Spiel. Daher kam ein möglicher finanzieller Anreiz erneut während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Diesdorf auf den Tisch. © Kai Zuber

Die aktiven Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren setzen bei ihren Einsätzen mitunter ihr Leben aufs Spiel. Daher kam ein möglicher finanzieller Anreiz erneut während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Diesdorf auf den Tisch, denn Diesdorfer Feuerwehrleute sprachen das Brennpunkt-Thema Feuerwehr-Zusatzrente an. Mit dieser Feuerwehr-Rente für Sachsen-Anhalt – einer privaten Zusatzrente – kann jede Kommune nach ihren Möglichkeiten aktive Mitglieder mit einem besonderen „Dankeschön mit Perspektive“ unterstützen, ihren ehrenamtlichen Einsatz anerkennen, motivieren und auch neue Mitglieder hinzugewinnen.

Mehrere sitzende Feuerwehrmänner hören einem stehenden Kameraden andächtig zu.
Das Podium der Jahreshauptversammlung mit Feuerwehrchef Dennis Rieck (stehend). Diesdorfs Bürgermeister Daniel Rieck (2.v.r.) erläuterte die Rahmenbedingungen einer Feuerwehr-Rente. © Kai Zuber

Diesdorf – Seit einigen Jahren sinken die Zahlen der Einsatzkräfte. Viele Feuerwehren leiden inzwischen unter Personalnot. Die Idee, das Engagement der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und der freiwilligen Einsatzkräfte im Katastrophenschutz in Sachsen-Anhalt mit einer Altersvorsorge zu würdigen, wird vom Landesfeuerwehrverband unterstützt. Einige Versicherungen, darunter die ÖSA-Sachsen-Anhalt, haben diesen Gedanken entsprechend ihrem satzungsgemäßen Auftrag, die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren zu fördern, aufgegriffen und die Feuerwehr-Rente entwickelt. „Leider ist das bei uns in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf derzeit finanziell nicht machbar“, beantwortete Diesdorfs Bürgermeister Daniel Rieck die Frage aus dem Publikum der Feuerwehrleute. Rieck ist auch Vorsitzender des VG-Fachausschusses für Feuerwehr-Belange. „Das Problem können wir leider hier in diesem Rahmen nicht lösen“, bedauerte der Bürgermeister. Eine Begründung, die Rieck diesbezüglich brachte, war das erst kürzlich von der VG voll aus Eigenmitteln finanzierte neue Löschfahrzeug vom Typ HLF-20. Allein dieser Kauf habe das Budget der Verbandsgemeinde stark strapaziert, hieß es.

Dennoch gibt es einige finanzstarke Kommunen im Land, die das Projekt Feuerwehr-Rente angehen. In einer bereits im Februar 2009 unterschriebenen gemeinsamen Erklärung begrüßte sogar das Innenministerium diese Initiative. Die Feuerwehr-Rente ist eine exklusive Vorsorge mit Sonderkonditionen, die den Ansprüchen und Bedürfnissen der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und den Einsatzkräften des Katastrophenschutzes gerecht wird. Die Zusatzrente kann von jeder Kommune, deren Freiwillige Feuerwehren dem Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt angehören, individuell genutzt werden. Das heißt, die Kommune legt selbstständig fest, welcher Kamerad in welcher Höhe und wann diese Leistung in Anspruch nehmen kann. Die ÖSA-Feuerwehr-Rente wird garantiert lebenslang ausgezahlt. Beiträge und Überschüsse werden in einem Strategie-Fonds angelegt. Auf Wunsch ist auch eine Kapital- oder Teilkapitalauszahlung möglich. Die Rentenleistungen sind höchstmöglich steuerlich begünstigt. Außerdem sind bestimmte Sonderzahlungen möglich.

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