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Gute Nachrichten für die Zukunft des Gymnasiums Beetzendorf

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Von: Kai Zuber

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Ein altes zweigeschossiges Schulgebäude aus rotem Backstein mit Walmdach.
Beetzendorf hat das einzige Land-Gymnasium im Altmarkkreis. Durch die Anpassung der Schülervorgaben in der Schulentwicklungsplanung des Landes soll auch seine Zukunft gesichert werden. © Zuber

Gute Nachrichten hinsichtlich der für den Fortbestand erforderlichen Schülervorgaben gemäß der Schulentwicklungsplanung gibt es für alle kleineren Land-Gymnasien in Sachsen-Anhalt und damit auch für das Gymnasium in Beetzendorf. Darüber informierte Carsten Borchert in seinem Büro in Salzwedel. Borchert ist Landtagsabgeordneter und bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Salzwedel/Beetzendorf – „Die Magdeburger Koalition mit CDU, FDP und SPD hat dafür gesorgt, dass kleinere ländliche Gymnasien, wie zum Beispiel Beetzendorf, keine Angst mehr haben müssen, dass ihre gymnasiale Oberstufe der 10., 11. und 12. Klassen unter Umständen zusammengefasst wird und nicht mehr selbstständig geführt werden darf“, sagte Borchert

Laut dem bisherigen Erlass sollte die Zusammenlegung in der gymnasialen Oberstufe mit anderen Gymnasien kommen, falls die Schülerzahl von 75 unterschritten wird. Im brandaktuellen Durchführungserlass aus Magdeburg werde diese Mindestschülerzahl nun auf 50 herunter gebrochen. „Es geht dabei auch darum, dass bezüglich der Vorgaben in der so genannten Daseinsvorsorge auch die schulischen Gegebenheiten von Stadt und Land gleichgesetzt werden müssen. Die Zahl von 50 Schülern reicht im ländlichen Bereich also für den Fortbestand der gymnasialen Oberstufe aus“, begrüßte Borchert die neue Regelung. Diese sieht des Weiteren vor, dass es bezüglich der erforderlichen Schülerzahlenstatistik zwei Mal innerhalb von fünf Jahren auch maximal zehnprozentige Aussetzer in den ländlichen Gymnasien als Unterschreitung der Zahl 50 geben darf, um die Genehmigung zu bekommen.

Ein älterer Mann mit rundem Gesicht und Glatze.
Carsten Borchert ist Landtagsabgeordneter, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Ortsbürgermeister von Jübar. Er äußerte sich jetzt zur Zukunft des Gymnasiums in Beetzendorf. © Kai Zuber

Im Falle von Zusammenlegungen in der gymnasialen Oberstufe hätten viele Schüler auch wieder mehr über Land zu anderen Schulen pendeln müssen, um alle Angebote nutzen zu können. Dies könne nun mit der Anpassung in der Daseinsvorsorge vermieden werden. 50 Schüler seien also keine Ausnahme mehr, sondern ausreichend, um einen eigenen Oberstufenbereich zu haben, genügend hochwertige Fachkurse anzubieten und dort in ländlichen Bereichen das Abitur abzuschließen, hieß es. „Diese Regel gilt also ab sofort nicht in der Stadt, sondern nur auf dem Land, damit die dortigen Schulen wie in Beetzendorf mehr Planungssicherheit haben“, betonte Borchert im Namen der Magdeburger Koalition. Man sei als Regierung nun an einen Teilbereich der laufenden Schulentwicklungsplanung heran gegangen, um ländliche Schulen zu stärken, hieß es weiter. Aber auch andere Schulformen liegen Borchert am Herzen: „Ich möchte erreichen, dass wir in der vierten Klasse wieder wie bis vor etwa zehn Jahren eine Schullaufbahnempfehlung geben. Früher mussten die Kinder ja in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch mindestens eine Zwei als Zensur haben, um aufs Gymnasium zu kommen. Bei einer Drei gab es in den Ferien die Möglichkeit einer extra Prüfung“, erklärt der Landtagsabgeordnete.


Das alles habe die SPD seinerzeit aufgehoben, so dass die Eltern frei entscheiden durften. „Und was haben wir seit dem: Jeder geht aufs Gymnasium, ungeachtet der Leistungen, und das ist falsch gewesen. Wir müssen wieder eine Norm setzen“, so Borchert. Mit der Einführung der Schullaufbahnempfehlung soll neben den Gymnasien auch das Niveau an den Sekundarschulen erhöht werden. „Ich möchte auch dafür sorgen, dass die Zehntklässler an den Gymnasien in den kommenden Jahren genau so eine Realschul-Abschlussprüfung als Zwischentest machen müssen, wie die Schüler an der Realschule“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete aus Jübar zur Ermittlung des Leistungsstandards. Borchert räumte gegenüber der AZ ein, dass diese Pläne bei einigen Eltern und Schülern „nicht nur Freude auslösen“ werden. Im Koalitionsvertrag sei jedoch eine solche Zwischenprüfungsmöglichkeit bereits mit dem Ziel der Gleichbehandlung aller Schüler in den zehnten Klassen vermerkt worden.

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