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1170 Unterschriften gesammelt

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Von: Kai Zuber

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Ein eingeschossiger Bau mit grauem Putz und einem Schild an der Fassade mit der Aufschrift „Mehmker Feldhasen“.
Die Eltern wollen die Kita „Feldhasen“ in Mehmke nicht kampflos aufgeben. Und so dürfte es heute Abend ab 19 Uhr in Beetzendorf hoch hergeben, wenn sich der Verbandsgemeinderat mit der Zukunft der Einrichtung befasst. © Kai Zuber

Der Kampf der Eltern um den Erhalt der Kita „Feldhasen“ in Mehmke geht heute Abend in die nächste Runde. 1170 Unterschriften für den Fortbestand wurden gesammelt und bereits am 6. Juli dem Verbandsgemeinderatsvorsitzenden Fritz Kloß übergeben. „Der hat nun zwar vier Wochen Zeit, das Anliegen zu prüfen, wir hoffen jedoch darauf, dass der Beschluss des VG-Rates zur Schließung der Kita Ende Juli zumindest ausgesetzt wird“, sagte Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens Celine North aus Mehmke.

Mehmke – Unabhängig von der Tagesordnung wird das Thema zumindest in der Einwohnerfragestunde VG-Ratssitzung am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr in den Räumen der Beetzendorfer Verwaltung am Marschweg 3 angesprochen. Die Zeit drängt, denn der VG-Rat hatte Mitte Mai die Schließung per Mehrheitsvotum besiegelt. Die Kinder sollen dann auf die Einrichtungen in Abbendorf, Bornsen und Jübar verteilt werden (wir berichteten). „Wenn die Schließung tatsächlich kommen sollte, dann wollen wir, dass zumindest ein Teil des Inventars in Mehmke bleibt und zum Beispiel aus den Geräten ein Spielplatz für die Kinder im Ort gebaut wird“, sagte Celine North der AZ. Viele Vorschläge zur Kostensenkung in der Einrichtung haben die Eltern bereits vorgelegt: Darin sei zu erkennen gewesen, dass die laufenden Kosten durch Aufnahme weiterer Kinder und mit einer Erhöhung der Kitabeiträge gesenkt werden könnten. So sei investiv lange nicht der hohe Kostenrahmen zum Erhalt der Einrichtung notwendig. Von den 120 000 Euro Gesamtkosten, die durch den Träger ermittelt wurden, seien durch das Angebot der Eltern, in Eigenleistung Reparaturen, Renovierungen und Malerarbeiten vorzunehmen, lediglich Gesamtkosten in Höhe von etwa 16 500 Euro notwendig. Auf diesem Weg könnte die Kindertagesstätte in einem ordnungsgemäßen Betrieb weitergeführt werden, argumentieren die Elternvertreter.

Eine Hand hält ein beschriftetes Blatt Papier in die Kamera.
Das Bürgerbegehren zum Erhalt der Kita Mehmke: Es ist von Anja Schramm, Celine North und Jessica Lorenz initiiert worden. © Kai Zuber

Für die Eltern bedeutet die drohende Schließung der Kita Mehmke einen längeren Anfahrtsweg und höhere Fahrtkosten. Ebenso werde laut der Argumentation der Eltern das Angebot auf individuelle Betreuung stark gesenkt. „In kleinen Einrichtungen kann eine speziellere Betreuung wesentlich besser umgesetzt werden als in großen Einrichtungen. Speziell auf das Dorfleben hat diese Einrichtung auch einen erheblichen Einfluss. Durch Geburtstagsglückwünsche (ab dem 65. Geburtstag) und weiteren besonderen Anlässen wie dem Laternenumzug und Jubiläen gibt es dem Kindergarten Mehmke auch einen weiteren familiären Charme“, heißt es in dem der AZ vorliegenden Bürgerbegehren. Es ist von den Eltern Anja Schramm, Celine North und Jessica Lorenz initiiert worden. 130 Unterschriftenlisten mit über 1170 Unterschriften wurden dem Verbandsgemeinderat außerdem übergeben, welche die nach Paragraf 26 des Kommunalverfassungsgesetz Sachsen-Anhalt vorgeschriebenen Anzahl deutlich übertrifft. „Hierzu möchten wir informieren, dass die Bereitschaft zur Spende während der Unterschriftensammlung recht hoch gewesen ist, um einen kleinen Teil der Kosten zu tragen. Da es leider keinen Förderverein für die Einrichtung gibt, konnten hier im Vorfeld keine Spenden entgegengenommen werden“, so die Mehmker Eltern.

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