„Die Altmärker sind netter als die Münchener“

2007 machte Kyoko Ueda (2.v.r.) ein Praktikum in der Apenburger Landbäckerei. Nun stattete sie mit ihrer Freundin Satoko Onishi der Altmark wieder einen Besuch ab. Karin Beier (l.) und Sabine Fischer freuten sich über das Wiedersehen.

Apenburg - Von Matthias Mittank. Vor dreieinhalb Jahren hatte es die Japanerin Kyoko Ueda das erste Mal nach Deutschland verschlagen. In der Apenburger Landbäckerei machte die Krankenschwester ein zweiwöchiges Praktikum (wir berichteten). Zusammen mit einer Freundin stattete sie der Altmark nun wieder einen Besuch ab.

Die ungewohnte Weite der Landschaft, die großzügigen Behausungen der Menschen, die schöne Natur und vor allem der große Nachthimmel – das sind die Dinge, die Kyoko Ueda an der Altmark so faszinierend findet. Und das sind auch die Gründe, warum sie während ihres Deutschlandurlaubs für zwei Tage nach Apenburg gekommen ist. Begleitet wird sie dabei von ihrer Freundin Satoko Onishi, die ebenfalls in der japanischen Metropole Osaka lebt und dort als Kindergärtnerin ihr täglich Brot verdient.

Brot ist übrigens ebenfalls eine Sache, die Kyoko Ueda mit Deutschland verbindet. Regelmäßig backe sie in ihrer Heimat typisch deutsches Brot. Mittlerweile mache das sogar ihre Mutter. Auf den Genuss dieser Spezialität möchte ihre Familie nicht mehr verzichten. Um ihre Kenntnisse im Brotbacken noch einmal unter Beweis zu stellen, verbrachte die ehemalige Praktikantin während ihres Apenburg-Aufenthaltes noch einmal eine nächtliche Schicht in der Backstube.

Im Gegensatz  zu vor drei Jahren konnte sie sich diesmal sogar auf deutsch mit dem Mitarbeiter-Team der Landbäckerei unterhalten. Denn Kyoko Ueda arbeitete zwischendurch für ein Jahr als Au-Pair in München. Die Großstadt hatte ihr ebenfalls sehr gefallen. Dort könne man viel erleben, aber von der Ruhe und der Natur, die sie so schätzt, hat die Altmark eben mehr zu bieten. „Die Zeit läuft hier langsamer, das gefällt mir“, so die 29-Jährige, die in ihrer Heimat ebenfalls gerne auf dem Land leben würde. Aus Mangel an Arbeitsmöglichkeiten wird das aber wohl ein Traum für die Krankenschwester bleiben. „In Japan gibt es eben die gleichen Strukturprobleme auf dem Land wie hier“, fügt ihre ehemalige Chefin Karin Beier hinzu. Ihrer „gelehrigsten Schülerin“ will sie während der Stippvisite noch möglichst viel von der Altmark zeigen. Salzwedel und der Märchenpark sowie eine Fahrradtour sind geplant.

Am Sonntag geht es für die beiden jungen Frauen wieder zurück nach Japan. Zuvor wollen sie noch mehr von Deutschland sehen. Berlin, verbunden mit einer Besichtigung des Reichstages, haben sie bereits hinter sich. Nun geht es noch nach Bremen und nach München, wo Kyoko Ueda ein Jahr lebte. „Da kann man schön shoppen. Die Leute dort sind aber nicht so nett wie die in der Altmark.“

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