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Desolater Zustand der Pflastersteinstrecken in Bornsen, Drebenstedt, Jübar und Wüllmersen

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Von: Kai Zuber

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Waldemar Peters aus Wüllmersen beklagt den schlechten Zustand der Pflasterstraße durch den Ort.
Waldemar Peters aus Wüllmersen beklagt den schlechten Zustand der Pflasterstraße durch den Ort. Schwerlastverkehr und Traktoren haben auch anderen Straßen in der Region stark zugesetzt. © Freier Mitarbeiter

Der desolate Zustand der berüchtigten Pflastersteinstrecken in Bornsen, Drebenstedt, Jübar und Wüllmersen nervt die Autofahrer. Das Positive daran: Raser sind gezwungen, wegen der schlechten Straßenbedingungen mit teilweise extremen Höhenunterschieden und Bodenwellen Tempo 30 einzuhalten. Dazu braucht es eigentlich keine Schilder. Das Negative daran: Lkw- und Traktorfahrer schrecken die katastrophalen Straßenbedingungen kaum vom Rasen ab.

Wüllmersen / Drebenstedt – Waldemar Peters aus Wüllmersen zum Beispiel beklagt die Raserei der Brummis: „Das ist wirklich ein Problem hier im Ort. Dazu kommen noch die tiefen Fahrbahnabsenkungen und die ausgefahrenen Seitenstreifen und Bankette“, sagt der Rentner. Er wohnt ausgerechnet an der Stelle in Wüllmersen Richtung Mehmke, wo der Zustand der Fahrbahn am schlechtesten ist.

Doch als schlechteste Straße in der Gemeinde will Diesdorfs künftiger Bürgermeister Daniel Rieck die Wüllmersener Piste nicht bezeichnen: „Da haben wir aktuell ganz andere Prioritäten: Zum Beispiel die Molmker Ortsdurchfahrt, die hoffentlich als Nächstes vom Kreis saniert wird“, sagte Rieck. Außerdem sei er sich nicht sicher, ob die Wüllmersener ihr altes Pflaster gegen Bitumen austauschen würden. Dass das Straßenpflaster gewinnbringend verkauft werden kann, um damit eine mögliche Sanierung zu finanzieren, hält Rieck für unwahrscheinlich.

Ähnlich schlecht ist in der Region der Zustand der Kreisstraßen zwischen Jübar, Bornsen und Drebenstedt. Auch wer die Kreisstraße 1120 zwischen Bornsen und Drebenstedt befährt, der braucht entweder viel Zeit, gute Nerven oder einen geländetauglichen Wagen mit genügend Bodenfreiheit.

Die marode Fahrbahn, die bei den Einwohnern wahlweise „Römerstraße“ oder „Radkappenkiller“ genannt wird, bleibt offenbar auch weiter ein Problem, wie die AZ recherchierte. Denn: Ein seit Langem geplanter Ausbau der Strecke ist derzeit laut Prioritätenliste nicht in Sicht. Die Gemeinde Jübar rät, auf der Strecke die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Zur Sanierung fehlt derzeit wohl das Geld. Eine verlorene Pkw-Radkappe zwischen Bornsen und Drebenstedt dokumentiert den Zustand der Fahrbahn.

In den vergangenen Jahren machten Anwohner wiederholt auf den Zustand der maroden Straße aufmerksam – ohne Erfolg. Früher ratterten dort schwere mit Holz beladene Lastwagen entlang, die das nahe Glunz-Werk in Nettgau mit Rohstoffen füttern. Diese Schwerlaster gaben der Straße und den Bordsteinen den Rest. Viele Verkehrsteilnehmer halten sich außerdem nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

In den vergangenen Jahren hatte es immer heftigere Bodenabsenkungen von bis zu 40 Zentimetern gegeben, die vor allem auf den moorigen und weichen Untergrund zurückzuführen sind. Die Straße war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eigentlich nur für das Befahren mit Pferde- und Viehwagen gebaut worden.

Die bisherigen Instandsetzungen beschränkten sich auf einen Teilbereich des Pflasters. Das sei viel zu wenig, so die Anwohner.

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