Haupteingang soll behindertengerecht werden / Treppenbau anvisiert

Darre wird „höher gelegt“

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Derzeit haben auch die Straßenbauarbeiten vor der Darre Auswirkungen auf das historische Gebäude. Die Darre wird frei gelegt. Dafür muss im Umfeld des Gebäudes etwa 60 Zentimeter Erdreich abgetragen werden. Fotos (2): Zuber

Diesdorf. Der Flecken Diesdorf will die Nutzung der Darre weiter vorantreiben. „Der Umnutzungsantrag muss kommen, um zum Beispiel an Fördermittel von Lotto-Toto heran zu kommen“, sagte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß während der jüngsten Ratssitzung.

Angela Hehle und Heinz-Günter Klaas engagieren sich für Ausstellungen. Heimat- und Förderverein sind derzeit die Hauptnutzer.

Kloß, der auch Vorsitzender des Fördervereins „Alte Darre“ ist, möchte zudem möglichst bald dafür sorgen, dass ein solides Treppenhaus eingebaut wird. Derzeit ist nur eine Behelfstreppe aus Holz in dem Gebäude installiert. Außerdem soll der Einbau von Sanitäranlagen folgen, damit mehr Kultur in die Darre einziehen kann und die Ausstellungsflächen im oberen Bereich noch intensiver genutzt werden. Derzeit haben auch die Straßenbauarbeiten vor der Darre Auswirkungen auf das historische Gebäude. Grund: Die Darre wird gewissermaßen „höher gelegt“. Das heißt laut dem Bauausschuss-Vorsitzenden Daniel Rieck, dass im Umfeld des Gebäudes etwa 60 Zentimeter Erdreich abgetragen werden. „Damit soll erreicht werden, dass der Haupteingangsbereich den Normen für öffentliche Gebäude gerecht, also höher wird“, erklärte Rieck. Außerdem wird mit der Maßnahme der frühere Zustand des Gebäudes wieder hergestellt, das seinerzeit mit reichlich Erdreich aufgefüllt wurde. Weiterer Hintergrund: Ein öffentliches Gebäude muss in der Regel behindertengerecht gebaut werden. Ob jedoch die Diesdorfer Darre daher einmal mit einem Fahrstuhl ausgerüstet werden muss, ist zur Zeit noch unklar. Auch die Finanzierung der Maßnahmen ist noch offen.

Ortschef Fritz Kloß hat sich seit Jahren gemeinsam mit dem Förderverein die Rettung des zweitältesten klösterlichen Wirtschaftsgebäudes in Sachsen-Anhalt auf die Fahnen geschrieben. Nach der ersten Renovierungswelle sind nun fachkundige Führungen möglich. Vorher konnten Besucher wegen des schlechten baulichen Zustands nicht bis ins Herz der Darre vordringen. Im Inneren des Hauses können zum Teil noch die im Original erhaltenen Vorrichtungen der historischen Trockentechnik von Kiefernzapfen besichtigt werden. Überwiegend stammen diese aus der Zeit des Amtes Diesdorf, nachdem das ehemalige Kloster säkularisiert, also in weltlichen Besitzstatus überführt wurde. Während die ältesten Teile der Darre aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammen, datieren die Fachleute die hölzernen Einrichtungen für die Trocknung der Kiefernzapfen auf den zweiten Teil des 19. Jahrhunderts. Genannt wurde das Jahr 1857.

Von Kai Zuber

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