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Fledermäuse bremsen Windpark in Drebenstedt aus

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Von: Kai Zuber

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Vor einem malerischen Abendhimmel bestimmen mehrere Windkraftanlagen den Horizont.
Der Windpark Bornsen-Drebenstedt: Der Hauptgrund für aktuelle Abschaltungen sei die Erfüllung der genehmigungsrelevanten Fledermaus-Auflage, erklärte das zuständige Technik-Management. © Kai Zuber

In den vergangenen Tagen wunderten sich besorgte Einwohner angesichts der aktuellen Diskussion um die Energieknappheit über die längeren Abschaltzeiten der Windräder im Windpark Jübar-Drebenstedt. Dazu äußerte sich auf Anfrage der AZ nun das zuständige Management mit dem Verweis, dass die Windenergie an gewisse gesetzliche Vorgaben gebunden sei.

Eine Fledermaus der Gattung Großes Mausohr fliegt durch die Nacht.
Damit Fledermäuse nachts ungestört fliegen können, stehen die Rotoren der Windkraftanlagen oft still. © Klaus Bogon/Landkreis Fulda/dpa

Die gesetzlichen Vorgaben hätten zwei primäre Ziele: den Umweltschutz und die Akzeptanz der Bürger vor Ort. „Diese Genehmigungsauflagen sind immer windparkspezifisch. Das heißt: Was zum Beispiel für den Windpark Jübar-Drebenstedt gilt, muss nicht zwangsläufig für einen anderen Windpark gelten.

Drebenstedt/Jübar – Auch wenn sich dieser Windpark in unmittelbarer Nähe des Windpark Jübar-Drebenstedt befindet“, betonte Daniel Engelhardt, von der Abteilungsleitung Marketing und Publik Relations der zuständigen Fachfirma „WPD Windmanagement“.

Die technische Verfügbarkeit des Windparks Jübar-Drebenstedt liege bei 97 bis 98 Prozent. „Es gibt technisch keine ungewöhnlichen Stillstände“, so der Pressesprecher weiter. Der Hauptgrund für aktuelle Abschaltungen sei die Erfüllung der genehmigungsrelevanten Fledermaus-Auflage. Zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober schalten sich die Windenergieanlagen demnach bei sommerlicher Witterung nachts ab, um die Flugaktivitäten von Fledermäusen nicht zu stören. Die genauen Fledermaus-Abschaltungen sind an die Witterungsbedingungen geknüpft und variieren entsprechend. Zu diesen Parametern zählen laut Daniel Engelhardt beispielsweise die Windgeschwindigkeit, die Temperatur oder auch Regen. Neben der Fledermaus-Auflage müsse der Windpark außerdem aufgrund von Schattenwurf abgeschaltet werden, heißt es weiter.

Um die Akzeptanz der Bürger vor Ort weiter zu erhöhen, werde der Windpark aktuell auch mit der sogenannten „bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung“ (BNK) ausgestattet. Hier sind Arbeiten verschiedener Parteien notwendig und entsprechend auch Abschaltungen erforderlich. „Die BNK ist eine akzeptanzsteigernde Maßnahme. Sobald die BNK aktiv ist, wird die verpflichtende Befeuerung der Anlagen nachts nicht mehr dauerhaft aufleuchten, sondern nur noch wenn dies durch den Flugverkehr erforderlich ist. Das kommt den Anwohnern vor Ort enorm zugute“, meint Engelhardt. Hintergrund: Die Flächeneigentümer haben einen Verein gegründet, in den Gelder für die Ortschaft fließen und die bereits eine finanzielle Grundlage für einige regionale Projekte boten. Mehr Infos zum Heimatverein Drebenstedt-Bornsen und aktuellen Projekten gibt es auf der Gemeindeseite von Jübar im Internet juebar.eu.

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