Tierschutz

Geschundenes Pferd in Jübar hat ein neues Zuhause

Ein Pferd steht im Schnee.
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Die Odyssee dieses etwa 20 Jahre alten Hengstes in Jübar ist zu Ende. Inzwischen hat das Pferd ein neues Zuhause und ist sicher untergebracht. Tierschützer sind erleichtert.
  • vonStephan Ernst
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Das verwahrloste Pferd aus Jübar ist wieder in guten Händen. Das bestätigte Iris Volk auf Anfrage der AZ. Damit endet die lange Odyssee eines geschundenen Tieres.

Jübar – Genauer wollte sich die Leiterin des Ahlumer Tierheims nicht äußern. „Der Hengst ist jetzt über uns sicher untergebracht worden. Mehr kann ich leider dazu aktuell nicht sagen, weil es ein laufendes Verfahren ist und noch verschiedene Nachweise erbracht werden müssen“, so Volk.

Tierschützer erneuerten indes ihre bereits öffentlich geäußerte Kritik am Salzwedeler Veterinäramt, das aus ihrer Sicht bei der Rettung des Tieres viel zu zögerlich und zu spät in der Sache eingriff. „Bereits im vergangenen Sommer gab es deutliche Hinweise, dass das Pferd leidet. Kurze Zeit später wurde auch das Veterinäramt verständigt“, bestätigt Ariane Drenkmann aus Jübar. Immer wieder habe es Hinweise an das Amt gegeben, doch das betroffene Pferd habe laut Katharina Meyer noch ein weiteres halbes Jahr leiden müssen, bevor endlich etwas passierte. „Das Salzwedeler Veterinäramt ist in der bisherigen öffentlichen Berichterstattung bislang viel zu gut weg gekommen. Daher haben wir uns auch an den Landrat Michael Ziche mit der Bitte um Hilfe gewandt“, so Meyer.

Die Jübarerin hat in den vergangenen Tagen viel Zuspruch von Tierfreunden und Bürgern für ihr großes Engagement zur Rettung des verwahrlosten Hengstes erfahren. „Bereits im vergangenen Jahr gab es auf einer Weide bei Neuenstall Probleme mit mangelndem Trinkwasser für das Tier. Von den Ämtern und der Polizei hieß es: Da könne man nichts machen. Die zuständigen Stellen glänzten nicht durch Aktionen“, so Meyer. Anzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden werden daher nun in Erwägung gezogen. Für den Pferdehalter sollte ein generelles Haltungsverbot verfügt werden, fordern die Tierschützer.

Der etwa 20-jährige Hengst war während des jüngsten Wintereinbruchs bei Jübar von der Koppel gerettet worden. Er stand ungepflegt und ungeschützt in der eisigen Kälte. Anwohner hatten ihn mit einer Decke sowie mit Futter und Wasser versorgt. „Der Hengst steht aktuell in vertrauenswürdiger Umgebung und wird dort wieder aufgepäppelt“, bestätigt Tierheimchefin Iris Volk.

Zuvor musste das Pferd im Dunkeln und bei schlechter Beleuchtung verladen werden, was für die Tierfreunde des Allgemeinen Tierhilfsdienstes in Ahlum eine schwierige Aufgabe darstellte. Eine weitere Herausforderung ist die Unterbringung des Tieres weit ab von Stuten und anderen Artgenossen.

Für alle, die an der Rettung des Pferdes beteiligt waren und sind, gilt daher der Dank der Tierschützer. Vieles hinsichtlich der mangelhaften Haltung ist dokumentiert worden, hieß es. Dieses Material werde derzeit ausgewertet. Diese Auswertung ist in der Praxis allerdings nicht leicht, weil der Hengst zwischenzeitlich immer wieder von Tierschützern aus der Region getränkt und gefüttert worden war, weshalb die tatsächlichen Versäumnisse durch den Halter schwerer einzuschätzen sei. (Kai Zuber)

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