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Jübars Sänger starteten Jahresausflug: Historische „Schätzchen“ gesehen

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Von: Kai Zuber

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21 ältere Frauen und Männer stehen auf einem gepflasterten Parkplatz und brechen gleich zu einem Ausflug auf.
Der Männergesangverein Jübar von 1869 machte sich unter der Leitung seines Vorsitzenden Marc Schwieger (6.v.r.) mit einer 21-köpfigen Truppe auf zur Exkursions-Tour nach Kleinau und besuchte dabei anschließend auch Arendsee. © Kai Zuber

Die bereits seit Jahren geplante Exkursion in das Schulmuseum von Otto Mewes in Kleinau konnte nun endlich stattfinden. Der Männergesangverein Jübar von 1869 machte sich unter der Leitung seines Vorsitzenden Marc Schwieger mit einer 21-köpfigen Truppe auf zur Exkursions-Tour nach Kleinau und besuchte dabei anschließend auch Arendsee.

Jübar – Die Gäste aus Jübar und Umgebung waren mehr als beeindruckt, denn eines der größten Museen der westlichen Altmark entstand in den vergangenen Jahren unter der Leitung des mittlerweile 82-jährigen pensionierten Lehrers Otto Mewes in Kleinau. „Ich will altes Kulturgut für die Nachwelt erhalten“, betonte der Initiator.

Ein älterer Mann zeigt mehren anderen älteren Frauen und Männern seine Sammlung historischer Fundstücke.
Otto Mewes (l.) führte durch sein Museum. Der 82-jährige berichtete von seiner Sammelleidenschaft, die vor 60 Jahren begann. © Kai Zuber

Der ehemalige Pädagoge für Chemie und Kunsterziehung erweiterte in den vergangenen Jahren seine Ausstellungsfläche. Hilfe bekam er dabei von den Vereinsmitgliedern der Jungen Archäologen der Altmark, die unter dem Ehrenvorsitz von Hartmut Bock lange in Jübar ansässig waren und nun in Rohrberg ihr Domizil haben. Begonnen hat die Sammelleidenschaft für Otto Mewes vor etwa 60 Jahren als Lehrer. Mit seinen Schülern legte er den Grundstein für das heutige Museumsprojekt. Die Ausstellung in der ehemaligen Schule Kleinau gab es bereits. Nach und nach entstand eines der flächenmäßig größten Museen der Altmark. Mehrere Klassenräume umfasst die Ausstellung. Das sind inzwischen 300 Quadratmeter plus Flur. Der ist etwa 40 mal 3 Meter groß. 34 Schränke und 32 Vitrinen zeigen die über Jahre hinweg sorgsam zusammengetragenen Ausstellungsstücke.

Der Fundus ist gigantisch. Er umfasst Relikte der Ur- und Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert hinein. Die meisten Ausstellungsstücke der Museums-Neugestaltung stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Die schönsten Stücke aus der Sicht vieler Besucher sind eine Flachstrage, ein Hebelgerät für Kanthölzer sowie mit jeder Menge Aberglauben gespickte Schutz- und Trutzbriefe aus den Jahren 1870 bis 1918. „Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus der Gegend um Kleinau und von unseren dortigen Vorfahren“, sagt Mewes, der beim Verein Junge Archäologen von Anfang an mit dabei ist. Ganz besonders stolz ist der Museumsvater auf seine umfangreiche Sammlung der Altmark-Zeitungs-Ausgaben, denn dieses Archiv ist nahezu komplett. „Dazu kommen Sammel-Schwerpunkte wie die DDR-Geschichte, die Schulgeschichte, die Agrar- und Bauernhistorie und sogar eine Kunst-Galerie“, lobte Mewes’ Freund Hartmut Bock aus Jübar nach dem Rundgang. Leider habe die wertvolle Waffensammlung durch einen Einbruchsdiebstahl einen Dämpfer erhalten, hieß es bedauernd. Mit dem Lied „Er ist ein wackerer Kumpan“ sowie Kaffee und Kuchen bedankten sich die Chorfreunde. Dann ging es nach Arendsee zur Besichtigung des Klosters und des Sees, wo unter anderem die Unterwasser-Archäologie Thema war. Denn nicht nur alte Mühlsteine wurden einst von Tauchern gefunden, sondern auch ein uralter Fischzaun aus der Jungsteinzeit, erfuhren die Ausflügler aus Jübar.

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