Beetzendorf

Kein generelles Foto-Verbot im Stölpenbad

Mitglieder des Gemeinderates sitzen an Tischen und diskutieren.
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Der Beetzendorfer Gemeinderat sprach sich gegen die Aufnahme eines Foto-Verbotes in die Benutzerordnung des kommunalen Stölpenbades aus.
  • vonStephan Ernst
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Blitzschnell geschossene und im Internet über die sozialen Medien verbreitete Handyfotos gehören heute für viele zum Alltag. In sensiblen Bereichen wie Schwimmbäder und Umkleidekabinen ist dabei jedoch Zurückhaltung angesagt. Im Beetzendorfer Gemeinderat wurde jetzt ein Foto-Verbot für das Stölpenbad diskutiert mit dem Ergebnis: Ein generelles Verbot wird es nicht geben.

Beetzendorf – Schnell ist ein Schwimmmeister hier in anderen Freibädern mit Verboten zur Hand. Allerdings nur, wenn das in der entsprechenden Satzung der Kommune für das Bad auch so festgeschrieben ist. Und genau darum ging es in Beetzendorf. Schwimmmeister Enrico Lehnemann setzte sich dafür ein, eine entsprechende Formulierung zum Foto-Verbot in das Papier mit einzuarbeiten, damit er eingreifen kann, falls es eine Zuwiderhandlung gibt. Beetzendorfs Vize-Bürgermeister Dietmar Sommer, beruflich als Rechtsanwalt tätig, war da ganz anderer Meinung: „Ich würde das mit dem Foto-Verbot streichen. Wer soll das kontrollieren? Es bringt ja auch keinen Mehrwert. Es ist falsch und widersinnig“, sagte Sommer. Er überzeugte damit auch die Mehrheit der Ratsmitglieder. Denn: Bei krassen Zuwiderhandlungen – dazu gehören direkte Körperfotos oder anzügliche Fotos von so genannten Spannern – gebe es neben dem Hausrecht des Bademeisters auch noch andere zivilrechtliche Mittel, um Übeltätern beizukommen. „Das ist aber ein sensibler Bereich im Bad“, gab Lehnemann nicht nach. Viele Leute seien heute hemmungslos, was das Fotografieren anbelangt. „Die Idee des Foto-Verbots war, dass man eine Handhabe dagegen hat“, so der Bademeister. Dietmar Sommer stellte fest: „Ich darf fotografieren, wenn Menschen auf dem Foto nur Beiwerk sind. Und wer sich in der Öffentlichkeit bewegt, der muss damit rechnen, dass er auch abgelichtet wird. Man sollte da nicht päpstlicher sein als der Papst.“

Fazit: Die Mehrheit der Gemeinderäte schloss sich dieser Auffassung an und es wird kein generelles Foto-Verbot im Beetzendorfer Stölpenbad geben. (Kai Zuber)

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