Kommunale Photovoltaikanlagen

Hohe Rendite auf dem Acker

Pferde grasen neben einer großen Photovoltaikanlage.
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Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen: Dieses Thema wird aktuell kontrovers diskutiert – auch im Gemeinderat des Fleckens Apenburg-Winterfeld.
  • VonKai Zuber
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„Hohe Erträge durch Verpachtung, nachhaltig und planbar mit einem renommierten Photovoltaik-Experten. Wir erstellen attraktive Pacht- und Kaufverträge für Freiflächen“ – Mit diesen Konzepten werben aktuell Firmen und Investoren bei Grundstückseigentümern und Landwirten um Aufmerksamkeit.

.Apenburg / Winterfeld – Das Geschäft mit großen Solaranlagen auf Freiflächen boomt Dank gesetzlicher Rahmenbedingungen. Und auch in den kommenden Jahren werden steigende Erträge und sogar überdurchschnittliche Renditen in einem aktuell zinslosen Kapitalmarkt versprochen. Daher wurde dieses Thema am Dienstag im Gemeinderat des Fleckens Apenburg-Winterfeld auch kontrovers diskutiert. Unter Beteiligung der Bürger gab es eine Grundsatzdiskussion zu Solaranlagen auf kommunalen Freiflächen. „Ich habe den Punkt bewusst in den öffentlichen Teil der Ratssitzung gelegt, damit alle Bürger sich hier zu der Problematik äußern können“, sagte Bürgermeisterin Ninett Schneider. Hintergrund: Aktuell gibt es zwei Anfragen zu Photovoltaik-Anlagen auf Flächen – In Altensalzwedel und in Apenburg. Apenburg-Winterfelds Vize-Bürgermeister Detlef Jürges vertritt die Ansicht, dass Solaranlagen auf qualitativ minderwertigen Äckern mit niedrigen Bodenwerten durchaus gerechtfertigt seien. Bürgermeisterin Ninett Schneider vertritt zu dem Thema eine neutrale Position. „Im Moment können wir als Kommune noch über das wie, wo und ob bestimmen, aber ob dies auch in Zukunft so ist, das ist unklar“, so Schneider. Also solle man jetzt die Zeit nutzen, so die Strategie.

Im Rat war die Diskussion zu Photovoltaikanlagen auf Freiflächen durchaus fruchtbar – gerade weil auch kein Beschluss in dem Gremium geplant war. Natürlich gehe es auch um die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen, die viele Bürger zwar auf Dächern befürworten, jedoch mit Anlagen auf der grünen Wiese und mitten in der Natur installiert, so ihre Probleme haben. Die Energieausbeute, so machte Schneider deutlich, sei bei Solaranlagen pro Hektar um ein Vielfaches höher als zum Beispiel bei einer Biogasanlage. Im Moment sind, sofern sich Grundstückseigentümer und Pächter oder Verpächter der Flächen einig sind, die Gemeinden hinsichtlich einer Stellungnahme noch gefragt, wenn Solaranlagen auf Freiflächen errichtet werden. Künftig könne dies jedoch nicht unbedingt mehr möglich sein, als Gemeinde zum Thema einzuschreiten: Nämlich dann, wenn bereits im jeweiligen Regionalplan Vorranggebiete für Photovoltaikflächen ausgewiesen werden. Dann nämlich wären die Kommunen weitestgehend außen vor.

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