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Beetzendorfer Park: Seltene Zypressen brauchen Wasser

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Von: Kai Zuber

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Am Eingang eines Parks erläutert ein Blechschild mit der Aufschrift Parkanlage die Verhaltensregeln für Besucher.
Der Park I in Beetzendorf zeigt sich aktuell in den schönsten Herbstfarben. Für die künftige Entwicklung dieses Kleinods soll jetzt ein hydrologisches Gutachten erstellt werden. © Kai Zuber

Der so genannte Klenzmann-Stau südlich von Beetzendorf steuert die Wasserzufuhr für den Beetzendorfer Park I. Doch die ist technisch und mengenmäßig nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Die Durchflussmenge muss auch für das aktuelle Park-Entwicklungskonzept mit der seltenen Sumpfzypressenallee im Gewässernetz der Jeetze ausreichen. „Daher soll es nun ein hydrologisches Gutachten geben, welches die aktuellen Gegebenheiten vor Ort bewertet“, sagte Beetzendorfs Bürgermeister Enrico Lehnemann. Ein Planungsbüro soll nun damit beauftragt werden. „Ein Ergebnis könnte dann im kommenden Jahr vorliegen, so dass wir wissen, wie wir dies in unser Konzept für die Park-Entwicklung einbinden können“, meinte der Ortschef.

Ein Wegweiser aus Holz mit der Aufschrift Sumpfzypressenallee.
Die Wasser-Durchflussmenge muss langfristig auch für die historische Sumpfzypressenallee im Gewässernetz der Jeetze ausreichen. © Kai Zuber

Beetzendorf – Dem beliebten Park und besonders der berühmten Sumpfzypressenallee fehlt nach vier trockenen Jahren das nötige Wasser. Das liegt aber auch daran, dass die Zufuhr des Wassers aus den Jeetze-Armen über das einstmals gut funktionierende Grabensystem kaum noch ausreicht. Der Klenzmann-Stau hat dabei eine ganz besondere Aufgabe: Er reguliert, wieviel Wasser über den Beetzendorfer Park fließt. Auch der so genannte Guidokanal hat dabei eine zusätzliche Bedeutung. Einst wurde er angelegt, um den Ort vor Überschwemmungen bei Jeetze-Hochwasser zu schützen. Doch diese Zeiten scheinen zumindest vorerst vorbei zu sein. Auch die ökologische Durchgängigkeit für Fischwanderungen im Gewässer ist bei der aktuellen Trockenheit zu einem Problem geworden. „Das aktuell zu erstellende hydrologische Gutachten ist daher wichtig für die Neubewertung der Durchflussmenge und die Wassernutzung im Park sowie für die Sumpfzypressen“, betonte Uwe Heinecke, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Jeetze. Wegen der Trockenheit beobachtet er in seinem Gebiet vor allem eine Bedrohung seltener Tiere, wie zum Beispiel der Bachmuschel. Auch Pfahlgründungen hat es in Beetzendorf früher in dem damals recht sumpfigen Gelände bei den älteren Häusern gegeben. „Wenn nun der Wasserspiegel sinkt, dann könnten die trocken gelegten Pfähle unter den Häusern plötzlich verrotten und ihre Last nicht mehr halten“, meinte Heinecke.

Im Zuge der Trockenheit ist auch Bodenverdichtung ein Problem, weil die Erde nicht mehr richtig „porentief atmen“ kann. Bodensenkungen von bis zu 30 Zentimetern seien daher mitunter zu befürchten, hieß es. „Dann ist es auch für die Erde schwerer, wieder Wasser zu speichern“, so Heinecke weiter. Und: Nur im Winter kann sich Grundwasser bilden. Am besten bei einer geschlossenen Schnee- und Eis-Decke. Bei der Sanierung des Klenzmann-Staus hatte es bereits vor Jahren einen Anlauf gegeben, dem dann jedoch verschiedene Eigentümerinteressen entgegen standen. Heute ist man nicht nur in Beetzendorf teilweise froh darüber, weil sich mittlerweile die Rahmenbedingungen der Durchflussmenge an Wasser komplett geändert haben und aktuell neu bewertet werden müssen. „Das ist wichtig ist das für uns, um eventuelle Fördermittel effektiv und verantwortungsvoll einzusetzen“, macht Uwe Heinecke deutlich. Die Zypresse könne auch nur bedingt ohne Sumpf überleben. Wasser werde künftig zu einem hohen Gut, denn pro Jahr gibt es aktuell eine rund einen Monat längere Vegetationsperiode. „Das heißt, die Pflanzen ziehen und verdunsten wegen der Wärme einen Monat mehr Wasser als vorher. Die letzten vier Jahre waren einfach zu trocken und die Durchflussmenge an der Jeetze ist stark zurück gegangen“, sagte Geschäftsführer des zuständigen Unterhaltungsverbandes.

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