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Eine Reise durch die Zeit

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Von: Kai Zuber

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Ein älterer Mann steht mit einem Gemüsekorb in der Küche eines jahrhundertealten Bauernhauses und schaut seinen beiden Töchtern beim Anheizen des Herdes zu.
Alltag vor über 100 Jahren: Vater Wilhelm Mahlmann bereitet mit den Töchtern Helene und Charlotte im Ofen eine einfache Mahlzeit vor. Verarbeitet wurden dabei in der Regel Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. © Kai Zuber

Wer bislang nicht wusste, wie vor über 100 Jahren das Dorfleben in der Altmark funktionierte, der konnte sich im Diesdorfer Freilichtmuseum davon ein Bild machen. „Des Kaisers alte Kleider“ – diese bunte Darstellergruppe aus Norddeutschland brachte am Wochenende ordentlich Trubel in das weit über die Grenzen des Altmarkkreises hinaus bekannte Museum.

Ein mit einer zeitgenössischen Uniform bekleideter Darsteller steht ist in der historischen Amtsstube eines Museums und erklärt zwei Kindern seine Pflichten.
Oberpostschaffner Heinrich Schaper ist für die Nachrichtenübermittlung zuständig. Streng mustert Kaiser Wilhelm II. (M.) aus dem Bilderrahmen heraus die Szenerie. © Kai Zuber

Diesdorf – Das harte Alltagsleben der 1920er Jahre wurde anschaulich. Um die politische Korrektheit aus heutiger Sicht entsprechend sicher zu stellen, gab es für Interessierte anschauliche Zusatz-Erklärungen. In historischer Gewandung, teilweise selbst genäht, fungierten auch Oberpostschaffner Heinrich Schaper und die Tischlermeister-Familie Wilhelm Mahlmann. „Das Kaiserporträt von Wilhelm II. an der Wand muss sein, schließlich ist das mein Dienstherr“, beharrte Schaper. Um das alltägliche Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es auch im Tagelöhnerhaus, in der Dorfschule, dem Querdielenhaus, im Tagelöhnerhaus, im Maxdorfer Hallenhaus, der Gendarmerie und der kleinen Postagentur.

Eine ältere Frau in historischem Gewand hängt im Garten eines Museumsdorfes Wäsche auf eine Leine.
Tante Martha Mahlmann kümmerte sich um die große Wäsche. Vor 100 Jahren war das Frauensache. © Kai Zuber

Handgemachte Musik aus den „Goldenen Zwanzigern“ wurde ebenso trefflich dargeboten. Mit dem damaligen Ohrwurm „Wochenend und Sonnenschein“ gestaltete das „Berliner Schellack-Trio“ den glamourösen Auftakt für das bis in den Oktober laufende 27. Altmärkische Musikfest.

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