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Neue Wege übers Land

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Von: Kai Zuber

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Ein typisches gelbes Ortsschild mit der Aufschrift Apenburg.
Von dem Apenburger Bodenordnungsverfahren sind insgesamt 2166 Flurstücke auf einer Fläche von etwa 1670 Hektar betroffen. © Kai Zuber

Damit das eingeleitete Bodenordnungsverfahren in Apenburg reibungslos weiter laufen kann, standen bei der jüngsten Ratssitzung des Fleckens Apenburg-Winterfeld insgesamt vier Beschlüsse zur entsprechenden Eigentumsübernahme von Wegen, Staus, Brücken sowie landschaftsgestaltenden Maßnahmen an, welche die Ratsmitglieder absegneten. Denn: In der Apenburger Feldflur könnten so am Ende fast 15 Kilometer Wege mit Beton-Spurbahnplatten befestigt werden.

Apenburg – Grundlage der Planungen ist das Bodenordnungsverfahren nach Paragraf 56 des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes sowie die Genehmigung des Wege- und Gewässerplans nebst dem landschaftspflegerischen Begleitplan. Der Zeitplan ist wie folgt abgesteckt: Nach der Vermessung der Flächen und deren Wertermittlung soll der Ausbau ab dem Jahr 2024 beginnen. Nach der Landabfindung und Neuzuteilung 2025/26 soll die vorläufige Besitzregelung 2027 und die Neuvermessung 2028 erfolgen. Die Schlussfeststellung ist für 2031 geplant. 3,9 Millionen Euro sollen beim Apenburger Bodenordnungsverfahren investiert werden. Die Gemeinde Apenburg-Winterfeld übernimmt einen Teil der Kosten. Etwa 15 Kilometer Wege könnten in diesem Zuge unter anderem mit Beton-Spurbahnplatten in der Apenburger Feldmark ausgebaut werden. Von dem Bodenordnungsverfahren sind insgesamt 2166 Flurstücke auf etwa 1670 Hektar betroffen. 90 Prozent beträgt die Förderung. Von den zehn Prozent des verbleibenden Eigenanteils übernimmt die Kommune immerhin 50 Prozent. „Das Problem sind aktuell die ständig steigenden Kosten. Das ist beängstigend, obwohl wir als Gemeinde rechtzeitig Rücklagen gebildet haben“, sagte Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider.

Rechtlicher Hintergrund: Das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark hatte das Bodenordnungsverfahren angeordnet. Das Verfahrensgebiet ist in der Gebietskarte dargestellt und die Verfahrensflurstücke sind in dem Flurstücksverzeichnis aufgeführt. Die Durchführung des Verfahrens richtet sich nach den Vorschriften des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes und des Flurbereinigungsgesetzes. Die Leitung obliegt der zuständigen Flurbereinigungsbehörde, die Durchführung der Planungen einem beauftragten Ingenieurbüro. Eine wesentliche Zielstellung dieses Bodenordnungsverfahrens ist es, die zersplittert liegenden land- und forstwirtschaftlichen Flächen privater Eigentümer neu zu ordnen und zusammenzulegen, um die oftmals eingeschränkte Nutzung oder Verwertung der Grundstücke zu ermöglichen und damit in Verbindung mit dem Wirtschaftswegeausbau die agrarstrukturellen Verhältnisse als wesentliche Voraussetzung für eine positive Entwicklung in der Landwirtschaft zu verbessern. Weiterhin gilt es, für das zum Teil ausgedünnte Wegenetz und die eingeschränkte Zugänglichkeit zu den Flurstücken geordnete rechtliche Verhältnisse, etwa an Wegen und Gewässern, zu schaffen, die nicht mehr existieren oder inzwischen auf privatem Grund verlaufen oder gebaut wurden, um sie in öffentliches Eigentum der Gemeinden zu überführen.

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