Neuekrug: Bürgerinitiative Diesdorf will Protestschilder umschreiben

BI: „Danke, Herr Huster“

ha Neuekrug. Kirsten Reinberger von der Bürgerinitiative Diesdorf, die mit dem Ziel gegründet wurde, eine Hähnchenmastanlage in Neuekrug zu verhindern, hatte von Nachbarn ein Gerücht gehört und war mit der AZ-Zustellerin Angela Kleus bis in den frühen Morgen aufgeblieben.

Und ja – die angelieferte Altmark-Zeitung meldete, dass Stefan Huster aus Osnabrück das Vorhaben aufgibt, eine Mastanlage hinter ihrem Hof zu bauen. Am Vorabend hatte die BI noch im Kreistag um Unterstützung geworben.

„Uns hat die plötzliche Entscheidung doch schon ein wenig irritiert, jedoch sind wir mit dem Ausgang dieser Entscheidung zufrieden und erleichtert“, sagte sie. „Wir von der BI haben mit Herz und Verstand dafür gearbeitet, dass keine Hähnchenmastanlage in Neuekrug gebaut wird. Das war unser Ziel“, betonte die Neuekrugerin. „Wir haben immer versucht, alles auf sachlicher Grundlage zu lösen. Daher fühlen wir uns auch von sämtlichen Anschuldigungen nicht getroffen“, sagte sie in Bezugnahme auf das gestern erschienene AZ-Interview mit Stefan Huster, der sich u. a. von BI und BUND ungerecht behandelt fühlt.

Kirsten Reinberger kündigte an, ein Versprechen umsetzen zu wollen: „Ja, wir werden die Schilder umschreiben“ – auf den Protestschildern gegen eine Mastanlage soll schnell „Danke, Herr Huster“ stehen. „Schließlich möchten wir ein entspanntes und friedliches Zusammenleben in Texas“, erklärte sie. Die Schilder sollen aber bald ganz verschwinden, schließlich ist der Anlass dafür vom Tisch.

Trotzdem sollen BI und die BUND-Ortsgruppe bestehen bleiben. Die BI-Sprecherin: „Wir möchten dazu beitragen, unsere Region interessanter zu gestalten. Wir möchten uns bei allen bedanken, die mit offenen Worten und Gesprächsbereitschaft da waren. Danke auch an die vielen Bürger, die – jeder nach seiner Kraft und Möglichkeit – mitgewirkt haben.“

Diesdorfs Bauausschussvorsitzender Daniel Rieck hatte auch aus der Altmark-Zeitung vom Rückzug Stefan Husters erfahren. „Es lag ja nie ein Antrag vor“, sagte er, weswegen auch kein Antrag zurückgezogen werden kann. „Ich muss Herrn Huster recht geben, dass, wie das abgelaufen ist, nicht die feine englische Art war“, sagte er in Bezug auf Meinungsäußerungen wie z. B. vom BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf, der Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß als „Büttel des Kapitals“ bezeichnete.

„Ich bin aber froh darüber, dass nun ein Einvernehmen hergestellt wurde und wir nicht mehr darüber entscheiden müssen“, so Daniel Rieck: „Am Ende hatten wir es nicht mehr in der Hand.“ Er hoffe vor allem, dass durch das Geschehen in Neuekrug keine Firmenansiedlungen in der Gemeinde Diesdorf abgeschreckt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.