Diesdorfer Bauausschuss diskutierte, wofür Finanzen verwendet werden sollen

Daniel Rieck: „Wo wollen wir hin?“

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Die Eichen an der Diesdorfer Lämmerstraße sind noch grün und spenden Schatten, aber einige Bäume sind bereits krank. Erste Äste kamen schon herunter, auch an anderen Stellen im Ort. Das Beseitigen von Bäumen oder morschen Ästen kostet viel Geld, weil Spezialtechnik nötig ist.

Diesdorf – Der Flecken Diesdorf steckt in der Klemme: Eigentlich müssten viele Vorhaben angegangen werden, aber es fehlt das Geld, um alle umzusetzen. Dies wurde auf der jüngsten Bauausschusssitzung im Diesdorfer Rathaus am Mittwochabend deutlich.

„Wo wollen wir hin?“, fragte deshalb auch der Ausschussvorsitzende Daniel Rieck.

Über der Gemeinde schwebe „das Damoklesschwert Großbäume“. Zahlreiche Bäume in Diesdorf, vor allem Laubbäume wie Eichen, seien nicht mehr gesund und müssten daher gefällt oder zumindest ausgeästet werden, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, also Menschen und Gegenstände vor Schäden zu schützen. Das Problem dabei: „Dafür reichen die eingestellten Haushaltsmittel in diesem Jahr nicht. Für 2020 müssen wir uns da Gedanken machen“, erklärte Rieck.

Und ergänzte noch: „Wenn wir alle Bäume herunternehmen würden, wo schon Äste abgefallen sind, würden selbst 80 000 bis 90 000 Euro nicht ausreichen.“ Es sei bereits mehrmals vorgekommen, dass größere Äste von Bäumen gekracht sind, informierte der Bauausschussvorsitzende auf AZ-Nachfrage. Zum Beispiel in der Lämmerstraße, wo ein 40 Zentimeter dicker Ast heruntergekommen sei oder am Kriegerdenkmal. Gerade die schweren Eichen seien problematisch. „Je älter sie werden, desto mehr Pflegeaufwand benötigen sie auch“, sagte Rieck. Und die Technik der Gemeinde Diesdorf reiche für die Großbäume nicht aus, da müssten Spezialfirmen tätig werden, die auch entsprechend mehr Geld kosten würden.

Auch in den kleinen Orten müssen wir wieder mehr Geld anfassen.

Daniel Rieck, Vorsitzender des Diesdorfer Bauausschusses

Doch die großen Bäume sind längst nicht das einzige Sorgenkind in Diesdorf. So stünden auch noch viele Sanierungsmaßnahmen an. Daniel Rieck: „Die Bürgersteige in Diesdorf werden immer schlechter.“

Schäden weise auch der Bürgersteig in Schadewohl auf, dieser sei unterspült worden. Dabei sei der Bürgersteig dort erst vor zwei Jahren gepflastert worden. „Da müsste es deshalb noch eine Gewährleistungspflicht der Baufirma geben“, sagte Rieck.

Weiterhin sollte der Radtourismus gefördert werden durch den Ausbau von Radwegen. Dies müsse allerdings gemeindeübergreifend erfolgen, gemeinsam mit den Nachbarn, den Gemeinden Jübar und Dähre.

Ein weiteres geplantes Vorhaben in Diesdorf, das Baugebiet am Molmker Weg, gestaltet sich auch alles andere als einfach, denn dafür muss die Gemeinde zuerst noch Flächen von privaten Eigentümern ankaufen.

Und dann steht da ja noch ein weiteres Projekt auf der Agenda der Diesdorfer Räte: der Ausbau der Alten Darre. „Die Finanzierbarkeit ist schwierig, aber nicht unmöglich“, äußerte sich Rieck dazu, der sich vor allem im Hinblick auf mögliche und sicherlich auch notwendige Fördermittel eher pessimistisch zeigt.

Einig waren sich die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwoch aber darin, in Zukunft nicht nur den Ort Diesdorf finanziell ausreichend auszustatten. „Auch in den kleinen Orten müssen wir wieder mehr Geld anfassen“, verkündete Rieck.

VON CHRISTIAN REUTER

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