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Einsame Vorstellung

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Von: Kai Zuber

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Zwei Männer sitzen an separaten Tischen und sprechen zum Publiku, hinter einem Mann hängt eine Fahne mit dem Gemeindewappen an der Wand.
Daniel Rieck (l.) ist der einzige Kandidat im Rennen um den Stuhl des Ortsbürgermeisters. Er will Amtsinhaber Fritz Kloß beerben, der nicht wieder antritt. © Kai Zuber

Die jüngste Podiumsdiskussion mit dem Bürgermeisterkandidaten Daniel Rieck im Diesdorfer Rathaus stieß am Dienstagabend nur auf äußerst geringes Interesse bei den Bürgern. Das könnte dran liegen, dass der 41-jährige Rieck, der im Diesdorfer Ortsteil Haselhorst wohnt und sich am 6. März als einziger Bewerber zur Wahl stellt. Denn Detleff Bill (SPD) als zweiter Bewerber war vom Wahlausschuss aus formalen Gründen nicht zugelassen worden.

Diesdorf – Nur vier Bürger, darunter ein Kind als Begleitperson, interessierten sich dafür, was der Bewerber im großen Sitzungsraum des Rathauses zu sagen hatte. Rieck bedauerte, dass Detleff Bill nicht als sein Kontrahent bei der Wahl antreten darf. „Ich trage dafür aber nicht die Schuld“, betonte der gelernte Industriekaufmann, der aktuell bei einer Telekommunikationsfirma arbeitet. Daniel Rieck stammt ursprünglich aus Diesdorf, ging dort zur Schule machte 1999 in Beetzendorf sein Abitur. Seit zwölf Jahren engagiert sich der Haselhorster im Diesdorfer Gemeinderat, wo er unter anderem den Bauausschuss leitete. Aktuell sitzt Rieck auch im Rat der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, wo er dem Feuerschutzausschuss vorsteht. Wie man Lokalpolitik macht, das zeigte ihm der seit der Wende amtierende Diesdorfer Bürgermeister Fritz Kloß, in dessen Fußstapfen der Kandidat nun ab dem Frühsommer treten will.

Als seine größten Herausforderungen beschreibt Rieck die Neubelebung des Gewerbes in der Region, welches durch die Corona-Krise stark gebeutelt wurde. Priorität habe die Erschließung des neuen Baugebietes an der oberen Bergstraße. Die Gemeinde hofft, dass dort trotz der geplanten Kürzung der Förderungen für Häuslebauer und der steigenden Baustoffpreise sich noch genügend Bauherren finden werden, damit die Kommune am Ende nicht auf den hohen Kosten sitzen bleibt. Neben diesem Projekt will sich der Bürgermeisterkandidat für die touristische Entwicklung einsetzen. „Dazu gehören die Sanierung der Wander-, Geh- und Radwege, der Ausbau des touristischen Infrastrukturnetzes und die Errichtung eines neuen Caravan-Stellplatzes“, so Rieck. Großsteingräber sollen verstärkt als Sehenswürdigkeiten in den Fokus rücken und die Gastronomie neu belebt werden. Außerdem müsse man in der ländlichen Region auch über die Nutzung von Solar-Freiflächenanlagen sprechen, hieß es. Auch das Lebenswerk von Fritz Kloß, die Sanierung der alten Darre mit Umnutzung als Bibliothek und Tourismustreff will Rieck fortsetzen. „Das geht aber aus Kostengründen nur in ganz kleinen Schritten“, bremst er überzogene Erwartungen. Wie Kloß ergänzte, sei die Kommune immerhin schuldenfrei und könne dementsprechend neu investieren.

Kritik gab es von den Bürgern an der „schlecht gepflegten Internetseite von Diesdorf“. Auch der beklagenswerte Zustand der Ortsdurchfahrten in Wüllmersen und Molmke sowie der touristischen Raststelle an der Diesdorfer Tanke gehörten zu den angerissenen Themen. Aber auch Visionen hat Daniel Rieck: „Für die Ortsteile schwebt mir ein Dorfgeld vor, das auch über die Jahre angespart werden kann“, meinte der 41-Jährige. Als Bereicherung des Radwegenetzes könne entlang der 19 Ortsteile ein Diesdorf-Rundkurs ausgeschildert werden. Schwerpunkte könnten die Orte Lindhof, Kerstenberg, Bergmoor und der „schwarze Weg“ bei Diesdorf sein, hieß es.

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