AZ traf Rainer Axmann auf seiner windigen Baustelle

Dahrendorfer Turm als großes Hobby

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Windige Angelegenheit: Rainer Axmann bei der Arbeit am Turm bei Dahrendorf. Oben soll eine neue Betonplatte gegossen werden. Vier Etagen hoch ist die Baustelle des Gifhorners. 

Dahrendorf. „Es ist das schier unheimliche Heulen des Sturms hier oben, das mich am meisten fasziniert“, sagt der frisch gebackene Grenzturm-Besitzer Rainer Axmann. Der Turm ist seit Tagen das erklärte Hobby des Tüftlers.

Die AZ traf den Gifhorner auf seiner windigen Baustelle in Dahrendorf. Dabei wurde schnell klar: Axmann ist kein Träumer. Denn der handwerklich begabte Mann mit geschichtlichem Interesse hält Wort mit seinem Versprechen, den alten Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen wieder in einen möglichst originalgetreuen Zustand zu bringen (wir berichteten).

Vier Etagen hoch ist die Baustelle des Gifhorners. 

Axmanns Turmprojekt ist aktuell im Rohbau. Zwischenzeitlich hatte ihm der Sturm einen Strich durch die Rechnung gemacht und einen Teil des Schutzdaches weggefegt. Direkt unter diesem Schutzdach war der Bauherr schon fleißig: „Da habe ich den ganzen maroden Beton von der Dachplatte geklopft und nach unten transportiert. Dann wird eine neue Platte samt Regenabfluss gegossen und ein neues Geländer installiert“, erklärt Rainer Axmann.

Vier Etagen hoch ist die Baustelle des Gifhorners. Neue Treppen sind bereits eingebaut. 900 Quadratmeter groß ist das Turmgrundstück. Auch innen soll alles nach Möglichkeit original erhalten bleiben. „An der Decke hatten die Grenzsoldaten alle Himmelsrichtungen markiert. So wussten sie, wohin sie im Falle einer nächtlichen Meldung ihren Suchscheinwerfer richten sollen“, erklärt der 55-jährige Axmann. Er plant, alle Markierungen wieder wie damals auf die Wandfarbe zu malen.

Über einigen Treppen sind Luken angebracht, die sich mittels Seil und Rollen öffnen lassen. In der dritten Etage des Führungsturmes hatte der jeweils Diensthabende seinen Schreibtisch. Ferner gab es im Turm noch einen Ruhe- oder Schlafraum. Im unteren Teil befand sich eine Toilette, die an eine Kleinkläranlage angeschlossen war. Sogar einen Keller hat der Turm. Für den hat Axmann aber erst mal keine Verwendung. „Vielleicht wird mal ein Partykeller daraus“, feixt der Bauherr.

Die Plattenstraßen-Zuwegung zum Turm vom Dorf aus soll verbessert werden. Rainer Axmann will zu diesem Zweck mit den örtlichen Landwirten ins Gespräch kommen. „Auf einen Schlag wird das alles natürlich nichts, aber sicher Stück für Stück“, verriet er der Altmark-Zeitung. Eine Bewohnerin im Ort soll den Turmschlüssel für den Fall aller Fälle bekommen. „Diesbezüglich habe ich schon mit Amanda Hasenfusz gesprochen“, erklärt Axmann.

Fakt ist: Der Dahrendorfer Grenzturm soll künftig nach erfolgter Sanierung für Interessierte zugänglich sein. „Ich will mich hier nicht verstecken“, so der Gifhorner, dessen Tochter in Markau ein Grundstück bewirtschaftet.

Von Kai Zuber

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