Ratsherr Klaus Schulz: „Was bringt uns das denn?“

Dährer Gemeinderat beschließt Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2015

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Auch das Dorfgemeinschaftshaus in Siedendolsleben zählt zum Anlagevermögen der Gemeinde Dähre, das in die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2015 mit eingeflossen ist.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Die Gemeinde Dähre verfügte zum Stichtag 1. Januar 2015 über eine Bilanzsumme von rund sieben Millionen Euro und ein Anlagevermögen von knapp sechseinhalb Millionen Euro. Der Dährer Gemeinderat hat die Eröffnungsbilanz der Gemeinde zum 1. Januar 2015 während seiner jüngsten Sitzung am Montag, 18. Oktober, im Dorfgemeinschaftshaus in Bonese beschlossen.

Bonese. „Ich freue mich, Ihnen heute den ersten doppischen Haushalt vorlegen zu können“, sagte Michael Olms, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, der gemeinsam mit Dorothee Scherf und Julian Licht nach Bonese gekommen war. Die beiden Verwaltungsmitarbeiter haben einen wesentlichen Anteil am Erstellen der Dährer Eröffnungsbilanz.

Olms verwies darauf, dass bisher lediglich die Kommunen den doppischen Haushalt anwenden müssten: „Ich bin gespannt, wann das Land und der Bund nachziehen.“ Die ursprünglich einmal beabsichtigte Vergleichbarkeit von Gemeinden sei gar nicht mehr gegeben, sondern nur eine Orientierung. Aber: „Ab 2022 werden keine Haushalte mehr genehmigt, wenn keine Eröffnungsbilanz vorliegt“, stellte der VG-Bürgermeister klar.

Dähre muss dies nicht befürchten, denn für die Gemeinde liegt die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2015 ja nun vor. Die Bilanzsumme bezifferte Olms auf rund 7,058 Millionen Euro. „Die jährliche Abschreibung von 37.000 Euro ist für die Gemeinde sicherlich gut machbar“, erklärte er. Die Summe des Eigenkapitals betrage etwa 2,74 Millionen Euro und damit 38,9 Prozent der Bilanzsumme.

„Die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Dähre sieht sehr gut aus“, stellte daher dann auch Dorothee Scherf fest. Die Summe des Anlagevermögens betrage rund 6,442 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem auch die gemeindeeigenen Gebäude und der Grund und Boden dazu, die mit 801.000 Euro bewertet wurden. Unbebaute Grundstücke wie Acker- und Waldflächen tauchen mit 295.000 Euro in der Bilanz auf. Selbst die 349 Laternen der Gemeinde wurden einer Bewertung unterzogen, mit einem Ergebnis von 105.000 Euro, wohlgemerkt: zum 1. Januar 2015. „Was bringt uns das denn? Wann bekommen wir mal aktuelle Zahlen? Hängen wir denn immer sechs Jahre hinterher?“, wollte der Ratsherr Klaus Schulz deshalb wissen.

„Uns ist allen klar, dass das hier der erste Schritt ist. Jetzt fängt die Arbeit erst an, jetzt muss jeder Jahresabschluss nachgeholt werden, also für 2016, 2017 und so weiter“, erwiderte Dähres Bürgermeister Bernd Hane.

Das sah auch die Verwaltungsmitarbeiterin Dorothee Scherf nicht anders: „Wir müssen so schnell wie möglich die Jahresabschlüsse nachholen.“

Verbandsgemeindebürgermeister Michael Olms sagte zu dem Thema: „Wir werden heute kein konkretes Datum nennen können.“ Es solle aber vereinfachte Verfahren geben, bei denen dann drei bis vier Jahresabschlüsse einer Gemeinde zusammengefasst werden. Die Verwaltung der Verbandsgemeinde müsse das nun zu Ende bringen.

Es sei jetzt auch zu spät, noch ein externes Unternehmen mit den Jahresabschlüssen zu beauftragen. „Bis zum Ende der Legislaturperiode werden wir sicherlich ein gutes Stück weiter sein“, kündigte der VG-Bürgermeister an.

Bernd Hane erklärte, die Gemeinde habe immer schon mit 40.000 Euro an jährlicher Abschreibung gerechnet. Er erwarte, dass dazu noch weitere Handreichungen kommen werden.

Etwas Positives konnte der Dährer Bürgermeister dann noch in der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2015 erkennen: „Damals hatten wir noch Verbindlichkeiten von rund einer Million Euro, jetzt sind es nur noch etwa 300.000 Euro.“

Schließlich wurde der Beschluss zur Eröffnungsbilanz vom Dährer Gemeinderat einstimmig gefasst.

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