Bernd Hane: „Ich nehme alle Schuld auf mich“

Dährer Bürgermeister räumt Fehler bei Straßenlampen-Umrüstung ein

Waldbad in Dähre
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Das Dährer Waldbad zieht Jahr für Jahr viele Besucher an, kostet aber auch einiges an Geld. Neben den Betriebskosten, die in jeder Saison anfallen, muss auch regelmäßig ins Bad investiert werden, um es zu erhalten.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Welche Investitionen sollen im kommenden Jahr in der Gemeinde Dähre umgesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung am Montagabend, 18. Oktober, im Dorfgemeinschaftshaus in Bonese. Es ging um die Vorberatung zur Haushaltsplanung 2022. Das Waldbad, die Straßenbeleuchtung und Straßenreparaturen werden wohl die größten Posten im neuen Etat werden. Aber zunächst sind es nur Vorschläge.

Zumindest eines scheint für den Dährer Haushalt 2022 schon klar zu sein: Es wird nicht mehr Geld zur Verfügung stehen, als im Vorjahr. Und so räumte Bürgermeister Bernd Hane dann auch ein: „Wir machen nur das Notwendigste, um alle 17 Ortsteile einigermaßen in Schuss zu halten.“

Vize-Bürgermeister Harald Heuer fragte nach, wie es mit der Umrüstung der Straßenlampen auf stromsparende LED-Leuchten aussieht. „Wir müssten da wohl noch mehr Geld in die Hand nehmen“, meinte er.

„Eigentlich wollten wir da schon weiter sein. Ich nehme erst mal alle Schuld auf mich und bemühe mich weiter“, erklärte Bernd Hane. Und verwies auf die schwierige Lage mit den Handwerkern. Am Eickhorster Weg in Dähre seien die Lampen bereits ausgewechselt worden, als Datengrundlage.

„Wir reden da jetzt schon drei Jahre drüber, wir müssen ja mal vorwärtskommen“, zeigte sich Heuer sehr unzufrieden mit der Situation. Bernd Hane sagte, sein Plan sei gewesen, die Leuchtmittel durch einen Elektriker austauschen zu lassen: „Ich wollte ja eine Ausschreibung machen, das ist bisher noch nicht geglückt.“ Er beabsichtige nun, den nächsten Elektriker mit ins Boot zu holen. Es seien auch einige Fragen zu klären, zum Beispiel, wie lange die Lampen halten sollen. „Ich hoffe, ich kann in vier Wochen schon mehr dazu sagen und euch eine Lösung anbieten“, sagte der Bürgermeister an die Ratsmitglieder gewandt. Er schlug vor, 20.000 Euro für neue Straßenlampen zu verwenden, so, wie es bereits für 2021 geplant war.

Ratsherr und Gemeindearbeiter Lutke Schnöckel wollte wissen, was denn mit der Straße von Wiewohl nach Holzhausen werden solle, auf der es immer noch Risse gebe. Der Bürgermeister bestätigte dies und sagte, dass eine Firma bereits versucht habe, die Risse dauerhaft zu beseitigen, was aber nicht gelungen sei.

„Wenigstens 50.000 Euro wollen wir jedes Jahr für Reparaturen einstellen, in diesem Rahmen wollen wir nächstes Jahr auch die Straße von Wiewohl nach Holzhausen noch einmal machen lassen“, erläuterte Bernd Hane.

Ratsfrau Kerstin Fritzlar teilte mit, dass im Dorfgemeinschaftshaus in Bonese in der Küche an einer Wand bereits die Farbe abblättere, da sei wohl Salpeter die Ursache.

In der Folge gab es eine teils kontroverse Diskussion darüber, ob sich die Gemeinde die drei Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) in Bonese, Dahrendorf und Siedendolsleben überhaupt noch leisten könne. „Hier in Bonese muss investiert werden“, betonte Heuer und verwies auf den schlechten Zustand des Hauses in Dahrendorf.

Hane sagte, man müsse mal die drei DGH hinsichtlich der Kosten und der Auslastung miteinander vergleichen; dazu werde er auch die Kämmerin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf um ihre Mithilfe bitten.

Dass Bernd Hane das Dährer Waldbad sehr am Herzen liegt, ist allgemein bekannt. Auch für 2022 steht wieder einiges auf der Vorhabenliste. So soll ein neuer Rastplatz für Campingmobile entstehen. Hane gab die Gesamtkosten mit 50.000 Euro an, die Förderung betrage aber 90 Prozent. Für die Gemeinde bleibe eine Summe von nur noch 5.000 Euro. Wesentlich mehr Geld, nämlich 100.000 Euro, würde allerdings ein Klärbecken zur Reinigung des Schwimmbeckenwassers kosten. Schließlich soll das Waldbad endlich eine Solaranlage erhalten, dazu wolle Bernd Hane in der nächsten Ratssitzung mehr sagen.

„Wir sind für alle Bürger in den 17 Ortsteilen da. Und nicht jeder will schwimmen“, stellte der Ratsherr Klaus Schulz klar. Es gebe eben nicht nur das Waldbad in der Gemeinde.

Der Bürgermeister sagte, er habe immer versucht, den Haushalt bezüglich der 17 Ortsteile gleichmäßig zu gestalten. „Und ich bin froh, dass dieser Rat hier paritätisch besetzt ist, dass alle Ortsteile vertreten sind“, betonte Bernd Hane.

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