Weidmänner versammelten sich in Dolsleben: Fünf Schweine, drei Rehe

Bunte Strecke bei der Drückjagd

Verblasen der Strecke: 25 Jäger erbeuteten mit Hilfe von 18 Treibern fünf Sauen und drei Rehe. Fotos (2): Zuber

kzu Siedendolsleben. Insgesamt 25 Schützen und 18 Treiber füllten nach erfolgreicher Drückjagd in der Gemarkung Dolsleben das Dorfgemeinschaftshaus. Zum Schüsseltreiben saßen sie in gemütlicher Runde beim Klönen an einem Tisch und werteten ihre Jagderlebnisse aus.

Jagdleiter Helmut Schulz (r.) verteilte nach erfolgreichem Treiben die Schützenbrüche.

Jagdleiter Helmut Schulz aus Dähre ließ es sich nicht nehmen, die Schützenbrüche zu verteilen. Die Drückjagd hatte am Morgen bereits bei mildem Wetter begonnen: Der feine Nieselregen hatte gerade aufgehört, als die Treiber zum ersten Mal durch den Busch marschierten. Gejagt wurde laut Helmut Schulz auf einer Fläche von insgesamt 720 Hektar Land rings um Dolsleben. Nach der Begrüßung ging es rasch auf die Anstände: Die Schützen wurden der Reihe nach auf Ansitze im Busch, entlang der Remisen und an den Feldkanten verteilt und angestellt. Kurz nach dem die Jagd eröffnet war, knallte es auch schon das erste Mal. Am Ende konnten sich die Weidmänner und ihre Helfer über eine bunte Strecke freuen: Sie ergab fünf Schweine (darunter zwei so genannte Schecken) und drei Stücke Rehwild.

Die Schützen waren zumeist Jäger aus der Region um Dolsleben. Und wie es sich unter echten Weidmännern gehört, wurde die Strecke, auf grünes Fichtenreisig gebettet, nach „Hahn in Ruh“ verblasen. Es erklangen die typischen Jagdsignale der erlegten Wildarten. Danach ertönte auch das Signal zum zünftigen Schüsseltreiben im Siedendolsleber Dorfgemeinschaftshaus. Helmut Schulz, der als Jagdleiter selbst Weidmannsheil mit einem Überläufer hatte, dankte allen Gästen und wünschte einen guten Ausklang der Jagd.

Bei Glühwein und Imbiss ging es im Gemeinschaftshaus hoch her und es wurde geklönt. Selbst das Jagdgericht wurde, wenn auch sporadisch, abgehalten: Im Visier der Traditionswärter waren unter anderem Zecher, die mit der rechten Hand auf das „Weidmannsheil“ anstießen, was allgemein unter Jägern verpönt ist. Darauf hin wurde umgehend „eine Runde vom Jagdsünder“ gefordert.

Heiß diskutiert wurde in der Gesellschaft der Jäger auch der Ursprung der Farbgebung bei den beiden schwarzweiß gefleckten Wildschweinen auf der Strecke. Als mögliche Ursachen wurden Mutationen, Einkreuzung durch Hausschweine, eine Pigmentstörung der Schwarte oder einfach nur „eine Laune der Natur“ genannt.

Bei jagdlichen Erörterungen klang der Nachmittag im Dols-lebener Gemeinschaftshaus in gemütlicher Runde aus.

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