Ratsherr Hendrik Becker: „Wir sind hier nicht an der Ostsee“

Bürgerinitiative „Pro Ahlum“ will über Tourismuskonzept mitbestimmen

Bürger
+
Etwa 40 Leute waren zur Gründung der Bürgerinitiative „Pro Ahlum“ ins Dorfgemeinschaftshaus des Ortes gekommen.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
    schließen

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Ahlum“ wurde am Donnerstag, 26. August, gegründet. Es ist das Anliegen der BI, Einfluss auf das Tourismuskonzept der Gemeinde Rohrberg zu nehmen, das kürzlich im Gemeinderat vorgestellt worden war (AZ berichtete). Die Bürger wollen über die touristische und kulturelle Entwicklung Ahlums mitbestimmen. Zur Gründungsversammlung, von den beiden Gemeinderäten Nicole Teichmann und Hendrik Becker initiiert, waren etwa 40 Leute ins Dorfgemeinschaftshaus in Ahlum gekommen.

Amanda Hasenfusz hatte im Auftrag der Gemeinde Rohrberg ein Tourismuskonzept erstellt, das im jüngsten Gemeinderat präsentiert worden war. „Das Problem ist, wir als Bürger wurden nicht einmal gefragt“, sagte Hendrik Becker, der die Versammlung moderierte. Er betonte aber: „Wir wollen nicht gegen, sondern mit der Gemeinde arbeiten.“

Hendrik Becker moderierte am Donnerstag, 26. August.

Der Ratsherr erläuterte den Gästen, was eine BI bewirken könne. Es gebe erstens die Möglichkeit einer Petition an die Gemeinde in Form einer Unterschriftensammlung. Weiterhin ein Bürgerbegehren, welches an die Verbandsgemeinde gehen würde. Und schließlich könne aus dem Bürgerbegehren auch ein Bürgerentscheid entstehen, doch dieser sei „wirklich der allerletzte Schritt“, erklärte Becker.

In der Petition fordert die BI eine Einwohnerversammlung zum Tourismuskonzept der Gemeinde Rohrberg. „Das, was von Frau Hasenfusz vorgestellt wurde, ist utopisch, ein Millionengrab. Wir sind hier nicht an der Ostsee, sondern in Ahlum!“, verdeutlichte Hendrik Becker.

Ein Einwohner wollte wissen, was das Konzept von Amanda Hasenfusz die Gemeinde gekostet hat. „3.000 Euro“, antwortete Nicole Teichmann. Und fügte noch hinzu, dass das Konzept der Biker, die am Ahlumer See vor Jahren eine Westernstadt errichtet hatten, abgewiegelt worden sei. Beim Konzept müsse man von vorne anfangen. Ein Tourismuskonzept sei aber nötig, um Fördermittel zu bekommen.

„Es ist die Pflicht der Ratsmitglieder, die Interessen der Bürger zu erkennen und umzusetzen. Öffentlicher Druck ist ein probates Mittel, um sich gegen bestimmte Dinge zu wehren“, appellierte ein Ahlumer.

Schließlich wurde mit der Wahl des Vorstandes auch die BI gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Guido Bartels gewählt, Dorothee Heuer ist seine Stellvertreterin und Katrin Lahmann fungiert als Schriftführerin. Ein Großteil der anwesenden Gäste bekundete mit der Unterschrift die Mitgliedschaft in der Bürgerinitiative „Pro Ahlum“. Erste Aktion der BI wird die Petition sein. „Eine Petition kann der Bürgermeister nicht ignorieren“, so Becker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare