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Bürgerinitiative kämpft weiter gegen Windvorranggebiet Siedenlangenbeck

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Von: Christian Reuter

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Kraniche und Silberreiher fühlen sich im Jeetzetal bei Siedenlangenbeck wohl. Doch noch steht die Fläche als Windvorranggebiet im Regionalen Entwicklungsplan Altmark, wogegen eine Bürgerinitiative kämpft. © Privat / Dirk Schäffer

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Jeetzetal“ kämpft weiter gegen das Windvorranggebiet Siedenlangenbeck, konkret: für die Streichung aus dem Regionalen Entwicklungsplan Altmark. Vertreter der BI wollen nun nach Magdeburg fahren, um dem Landtagspräsidenten Gunnar Schellenberger (CDU) einen ganzen Ordner mit Dokumenten zu überreichen, als Ergänzung zur bereits 2021 eingereichten Petition. Darüber informierten Enrico Lehnemann, Dirk Schäffer und Jörn Thaute bei einem Pressegespräch am Freitagabend, 11. März, in Groß Gischau.

Groß Gischau. Die BI „Pro Jeetzetal“ war 2014 mit dem Ziel gegründet worden, keine Windräder im Jeetzetal zuzulassen. Und der Kampf der engagierten Naturschützer hat sich gelohnt: 2018 zog Vorhabenträger Enercon seinen Antrag für eine Genehmigung zurück, mit der Begründung, dass eine Genehmigung aus naturschutzfachlicher Sicht scheitern würde. Denn zuvor hatten die Untere Naturschutzbehörde eine Genehmigung abgelehnt und zudem die Gemeinde Kuhfelde dem Vorhabenträger die Zuwegung versagt (AZ berichtete).

Doch das Windvorranggebiet Siedenlangenbeck steht auch weiterhin im Regionalen Entwicklungsplan Altmark, über den die Regionalversammlung entscheidet. „Aber die Regionalversammlung ist bisher leider untätig gewesen“, sagte Lehnemann. Deshalb hat die BI inzwischen zwei Petitionen (die erste 2018, die zweite im April 2021) an den Petitionsausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt eingereicht.

Doch passiert ist bis heute immer noch nichts: Das Windvorranggebiet steht weiterhin im Plan. Aktuell setzt die BI ihre Hoffnung auf den 30. März, denn für diesen Tag ist die nächste öffentliche Sitzung der Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark angesetzt. „Wir hoffen, dass sich die Regionalversammlung bald wieder dem Thema Windvorranggebiet widmet“, sagte Lehnemann.

Um den Druck auf die Entscheidungsträger zu verstärken, wollen die BI-Vertreter extra bis nach Magdeburg fahren („trotz der aktuell sehr hohen Spritkosten“), um dem Landtagspräsidenten Gunnar Schellenberger einen Ordner zu überreichen. „Wir haben alles gesammelt, auch alle Straftaten, es ist eine Dokumentation“, sagte Dr. Dirk Schäffer vom Verein Vogelschutz-online. Er verwies darauf, dass das Jeetzetal bei Siedenlangenbeck mal ein Vorranggebiet für Vogelschutz gewesen sei. „Das brauchen wir wieder“, so Schäffer. Und fügte noch hinzu: „Die Bedeutung der Jeetze ist klar. Daneben kann man keinen Windpark bauen.“ Enrico Lehnemann betonte: „Wir lassen nicht locker, bis das Windvorranggebiet aus dem Regionalen Entwicklungsplan gestrichen ist.“

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