1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Bürger in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf bereiten sich auf Winter vor

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Freier MitarbeiteDie pensionierten Lehrer Hartmut Bock (l.) und Helmut Tiedge aus Jübar beim Holzspalten. Akkurat werden die Scheite danach auf Bansen zum Trocknen gepackt.
Die pensionierten Lehrer Hartmut Bock (l.) und Helmut Tiedge aus Jübar beim Holzspalten. Akkurat werden die Scheite danach auf Bansen zum Trocknen gepackt. © Kai Zuber

Bislang war der November mild, aber es kann noch anders kommen. Alte Kachelöfen und die mit viel Staub verbundene Reinigung der Aschekästen schienen der Vergangenheit anzugehören, doch vielerorts in der Region machen Einwohner ihre alten Heizgeräte nebst Schornstein in Abstimmung mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger wieder flott. Die Sorge vor noch weiter steigenden Energie- und Heizkosten treibt sie um.

Beetzendorf / Diesdorf – Auch die Bürger in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf bereiten sich auf den Winter vor. Doch bevor Holz verheizt werden kann, muss es mindestens zwei Jahre trocknen. Ansonsten rußt es, und der Heizwert ist schlecht. Das wissen auch die beiden pensionierten Lehrer Hartmut Bock und Helmut Tiedge aus Jübar. Beim Holzspalten werden die Scheite danach akkurat auf Bansen zum Trocknen gepackt.

„Mein alter Nussbaum war morsch und nicht mehr zu retten“, sagt Bock. Auch er hat eigentlich eine moderne Ölheizung und hatte erst kürzlich wegen künftig weiter steigender Preise noch einmal seine Tanks auffüllen lassen. „Das gespaltene Holz ist dann im Fall der Fälle als Zweitlösung für den Kachelofen gedacht, der noch immer im Haus steht und nur kleine Holzscheite schlucken kann“, so der Senior.

Hintergrund: Frisches Fichtenholz wird überwiegend zu Preisen von 90 bis 105 Euro je Festmeter verkauft. Fichtenlangholz wurde in den vergangenen Wochen für 105 bis 110 Euro je Festmeter gehandelt. Regional waren die Preise sogar noch etwas höher. Die abgesetzten Mengen an Qualitätsbauholz gingen jedoch in den vergangenen Wochen wegen der Krise in der Bauwirtschaft zurück, wo die ansteigenden Zinsen und die Inflation den Boom der Vorjahre ausbremsen.

Der Preisabschlag für Käferholz (Befall durch Borkenkäfer) ist mit 20 bis 25 Euro je Festmeter weiterhin hoch. Dort liegen die Preise überwiegend zwischen 65 und 75 Euro je Festmeter. Für Kiefernholz werden am Markt Preise von 70 bis 75 Euro je Festmeter angegeben.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhöhten sich die Preise für Brennholz und Holzpellets bereits im Spätsommer um 85,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit deutlich stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Die Preise variieren regional mitunter stark: Ein Raummeter Buchenscheite liegt im Durchschnitt bei 99,45 Euro. Die enorme Preisspanne liegt jedoch zwischen 73 und fast 130 Euro je Raummeter. Ein Raummeter Fichte kostet im Schnitt 80,12 Euro, wobei die Spanne von 57 bis 105 Euro je Raummeter variiert.

Auch interessant

Kommentare