„Sehr radikal, aber notwendig“

Bürger in Hagen sind verärgert wegen Rückschnitt an Bäumen

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Weidenbäume wurden an einem Feldweg von Hagen in Richtung Gischau beschnitten.

Hagen – Dirk Gräßle wohnt seit zwei Jahren in Hagen. Vor allem wegen der schönen Umwelt sei er hierher gezogen. Doch seit einigen Tagen ist er von der Natur vor seiner Haustür deutlich weniger begeistert.

Dirk Gräßle ärgert sich über zurückgeschnittene Bäume in Hagen. An der Ortsdurchfahrt wurden etwa ein Dutzend Linden beschnitten, an einem Feldweg von Hagen in Richtung Gischau einige Weiden. „Viele Menschen im Ort regen sich auf und finden es schade, dass die Bäume so verunstaltet wurden. “.

Er habe nicht generell etwas gegen Baumschnitt, doch die Art und Weise, „mit welcher Radikalität die Bäume und Hecken geschnitten wurden und auch in der Summe, wie viele geschnitten wurden“, störe ihn schon sehr.

Etwa ein Dutzend Lindenbäume wurden an der Ortsdurchfahrt in Hagen beschnitten.

Dirk Gräßle frage sich nach dem Sinn und der Notwendigkeit – und natürlich auch um die Nachhaltigkeit von solchen Aktionen, „wo einzigartige Biotope für Pflanzen, Tiere, Insekten, ich sage nur Bienen, zerstört werden“. Warum sei es so dringend gewesen, „dass es da noch eine Sondergenehmigung geben musste, um auch den letzten Rest klein zu machen?“. Er habe sogar darüber nachgedacht, bei der Polizei eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zu erstatten. Auch eine weitere Bürgerin von Hagen wolle Anzeige erstatten.

„Die Kopfweidenpflegemaßnahme ist zwischen der von der Gemeinde beauftragten Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark GmbH und dem Umweltamt vor Ort abgestimmt worden. Das Amt hat die Maßnahme im Sinne des § 39 (5) Bundesnaturschutzgesetz als behördliche Maßnahme angeordnet, um das Biotop zu erhalten. Artenschutzrechtliche Belange wurden vor Ort ebenfalls geprüft und abgehandelt“, teilte Ninett Schneider, Bürgermeisterin des Fleckens Apenburg-Winterfeld, auf AZ-Anfrage mit. Somit sei der Sanierungsgesellschaft erlaubt worden, bis zum 19. März, unter Berücksichtigung des Artenschutzes, die Kopfweidenpflege mit dem Ziel der Biotoperhaltung in dem Bereich umzusetzen.

„Der Schnitt der Bäume wirkt radikal“, räumt Schneider ein, „ist aber notwendig. Die Bäume würden unter der Last der Äste zerbrechen, wenn diese Pflegemaßnahme nicht regelmäßig erfolgt.“ Die Kopfweiden würden leider immer weniger. Sie seien Lebensraum für viele Tiere, auch Insekten, „die sich sogar in den mit zunehmendem Alter hohl werdenden Stämme n ansiedeln“.

VON CHRISTIAN REUTER

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