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Bürger beklagen zu langsamen Breitbandausbau in Jübar

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Von: Christian Reuter

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Breitband-Ausbau im ländlichen Raum
Leerrohre für das spätere Verlegen von Glasfaserkabeln für den Breitband-Internetausbau liegen vor einer Horizontalbohrmaschine neben einer Kreisstraße. In Jübar sollen die Tiefbauarbeiten im Juni und Juli erfolgen. © Jens Büttner, DPA

In der Gemeinde Jübar sollen im Juni und Juli die Tiefbauarbeiten für den Glasfaserausbau erfolgen, die Hausanschlüsse sollen im Herbst folgen. Darüber informierte Andreas Kluge, Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitband Altmark (ZBA), während der jüngsten Sitzung des Jübarer Gemeinderates am Dienstag, 17. Mai. In der Beratung beklagten sich einige Einwohner darüber, dass der Breitbandausbau nicht vorankomme.

Jübar. „Wir sind etwas in Verzug und nicht im Planziel“, räumte Kluge ein und bat die Bürger um Verständnis. „Die Leute können nicht hexen. Jedes Tiefbauunternehmen in Deutschland ist davon betroffen.“ Unter anderem müssten ukrainische Bauarbeiter, die nun im Krieg gegen Russland kämpfen, ersetzt werden.

In der Gemeinde Jübar sollen im Juni und Juli in allen Ortsteilen außer Nettgau die Tiefbauarbeiten erledigt und die Kabel eingeblasen werden. Nettgau sei vom Tiefbau her schon zu hundert Prozent abgeschlossen, die Leerrohre also verlegt. Die Aktivierung, also der Anschluss der Haushalte, an das Glasfasernetz solle im Herbst erfolgen.

Als ein Bürger, der als Gast die Sitzung verfolgte, sagte, auf der Internetseite des ZBA stehe ja noch gar nichts vom Ausbau in Jübar, gab ihm Kluge recht. „Da kann auch noch nichts stehen, denn der Ausbau hat noch nicht begonnen. Nach bestem Wissen und Gewissen sind das Planungen.“ Kein Mensch habe mit der Pandemie und dem Ukraine-Krieg gerechnet.

Komplett fertig seien bisher etwas mehr als 3.000 Anschlüsse, davon allein in Arneburg 2400, die anderen in Tangermünde. „Wir krempeln die gesamte Altmark um, das passiert nicht in zwei Jahren“, stellte der ZBA-Chef klar. Der Zweckverband habe 2021 in den Tiefbau 82 Millionen Euro investiert und 15 europaweite Ausschreibungen gemacht. Die für den Breitbandausbau erforderliche Infrastruktur „bedarf einer völligen Neuinstallation, das ist ein Riesen-Aufwand. Seid darauf auch mal stolz“, sagte Kluge. Ein Einwohner erklärte, es sei bei den Bürgern eine Unsicherheit dadurch entstanden, weil in Jübar bereits Leerrohre verlegt worden seien. „Den Ausbau machen zwei verschiedene Unternehmen. DNS Net baut privatwirtschaftlich aus, und wir bauen auch aus, nach Ausschreibung“, erläuterte Kluge.

Der ZBA führe das Internet von der Technikzentrale in Haselhorst (PoP) aus nach Jübar heran, „hier gab es bisher ja noch kein Internet“. Im nicht geförderten Bereich (DNS Net) werde wie eine Insel ausgebaut. Und wenn eine Firma in einem Ort ausbaue und dafür eine Schachtgenehmigung habe, „hat dort keine andere Firma etwas zu suchen“, führte der ZBA-Geschäftsführer aus. Wie lange der Ausbau noch tatsächlich dauere, könne er nicht sagen. „Ich habe keine Glaskugel, es ist alles diffuser geworden“, so Kluge. Jübars Bürgermeister Carsten Borchert sagte: „Es ist schade, dass es so lange dauert, aber ich freue mich, dass es jetzt klappt.“

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