„Bücher wird es immer geben“

Landrat Michael Ziche (l.) und CDU-Landtagsabgeordneter Uwe Harms ließen sich in Beetzendorf von Bibliothekarin Brigitte Wiswede über den Medienbestand informieren.

Beetzendorf - von Peter Lieske In die Gemeindebibliothek führte gestern Mittag der Beetzendorfer Bürgermeister Heinrich Schmauch seine Gäste, Landrat Michael Ziche und den CDU-Landtagsabgeordneten Uwe Harms. Beide sollten sich ein Bild von der Einrichtung machen, begründete er sein Anliegen, denn er werde beide zur Eröffnung der neuen Bibliothek im geplanten Anbau des Verwaltungsgebäudes am Marschweg wiederum einladen. So könnten beide einen direkten Vergleich zwischen der alten und der neuen Bibliothek anstellen.

Seit 1997 ist die Bibliothek im Herrenhaus am Beetzendorfer Park untergebracht, informierte Bibliothekarin Brigitte Wiswede die Gäste. Bereits vor dem Eingang machte der Bürgermeister auf Probleme aufmerksam. So müsse die Gemeinde den Winterdienst für den Weg zum Herrenhaus, in dem die Bibliothek eingemietet wurde, übernehmen. Im Treppenhaus verwies er auf das zweite Problem: Behinderte Besucher, wie Rollstuhlfahrer, können die Bibliothek im Obergeschoss nicht erreichen.

Vor allem das Angebot einer barrierefreien Bibliothek sei das Ansinnen der Gemeinde. Respekt zollte der Landrat der Gemeinde für dieses Vorhaben. Eine barrierefreie Einrichtung sei von besonderer Bedeutung, da sie auch jungen Müttern die Gelegenheit bietet, mit dem Kinderwagen die Bibliothek zu betreten.

Sehr deutlich machte Heinrich Schmauch, dass er die Bibliothekslandschaft erhalten möchte. Deshalb freue er sich, dass der Landrat Fachleute und Bürgermeister, die eine Bibliothek vorhalten, zu einem Arbeitsgespräch speziell zu diesem Thema am 1. März eingeladen hat. Für den Landrat sei wichtig, ein Konzept zu finden, das den Fortbestand der Bibliotheken sichert.

Das Ziel des Bürgermeisters: „Ich möchte langfristig die Bibliothek an den Standort binden.“ Die Gemeinde sei perspektivisch allerdings überfordert, eine Bibliothek vorzuhalten. Daher müsse das Bibliothekswesen an die Verbandsgemeinde angepasst werden. Die Bibliothek habe jedenfalls mehr überregionalen Charakter als eine Turnhalle in Jübar. Diese wurde an die Verbandsgemeinde übertragen.

Zwar koste die neue Bibliothek Geld, allerdings entfallen mit dem Neubau die Mietkosten, die die Gemeinde bislang für die Bibliothek aufbringen muss. So betrachtet werde sich die neue Bibliothek amortisieren.

Deutlich machte der Landrat, dass der Altmarkkreis nicht Träger der Bibliotheken ist, sondern lediglich Zuschussgeber. Der Bücherbus sei vom Landkreis nie in Abrede gestellt worden. Er sei eine Ergänzung für die Bibliotheken. Deutlich machte Michael Ziche, dass der Altmarkkreis der einzige Landkreis im Land ist, der Bibliotheken bezuschusst. Das sei ein Bekenntnis, zu dem sich der Landkreis durchgerungen hat. „Bücher wird es immer geben müssen“, war sich der Landrat sicher. So sehen Archivare im Buch die einzige Möglichkeit, etwas dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten.

Auf Zuschüsse wird eine Bibliothek stets angewiesen sein, denn der Medienbestand müsse ständig aktualisiert werden, um den Bedürfnissen der Leser gerecht zu werden, machte die Bibliothekarin deutlich. Mit der Bibliothek in Klötze arbeitet die Beetzendorfer Einrichtung eng zusammen. So wende sich Brigitte Wiswede an die Klötzer Bibliothek, wenn sie die Fernleihe in Anspruch nehmen möchte. Diese gute Kooperation sei wichtig, zumal Schüler des Gymnasiums die Einrichtung rege nutzen.

„Auf die Bibliothek zu verzichten wäre das Letzte, was sich eine Gemeinde leisten kann. Sie wird vom Schüler bis zum Greis genutzt“, betonte Heinrich Schmauch, wie sehr ihm der Erhalt der Bibliothekslandschaft am Herzen liegt. Er selbst ist Stammleser der Beetzendorfer Einrichtung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare