Rohrberger Bürger unglücklich mit Entscheidung des Altmarkkreises

Biotonne statt Container

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Der Altmarkkreis will den großen Container in Rohrberg, indem Grünschnitt und Gartenabfälle entsorgt werden können, im Herbst abziehen. Doch Bürgermeister Schulz befürchtet, dass dadurch mehr Biomüll im Wald landet.

Rohrberg. Schlechte Kunde für die Gemeinde Rohrberg. Seit einigen Jahren steht am Ende des Feldweges auf der ehemaligen Bauschuttdeponie ein großer orangefarbener Container, der speziell für die Entsorgung von Grünschnitt und Gartenabfällen gedacht ist.

Bernd-Heinrich Schulz.

Zweimal in der Woche, Mittwoch und Sonnabend, wird der 30 Kubikmeter fassende Container für zwei Stunden geöffnet. „Dieser Container wurde von Anfang an sehr gut von den Bewohnern in Rohrberg und den umliegenden Orten angenommen“, bestätigt Rohrbergs Gemeindebürgermeister Bernd-Heinrich Schulz. Doch diese ortsnahe Möglichkeit der Grünschnittentsorgung wird aller Voraussicht nach bald der Vergangenheit angehören. Hintergrund: Den Container stellt die Deponie Gardelegen zur Verfügung. In Absprache mit dem Altmarkkreis Salzwedel wird er, wenn er voll ist, abgeholt. Die Kosten trägt der Kreis.

Viele Bürger sind verunsichert, da in diesen Tagen die Entscheidung über die Biotonne zu treffen ist. Schulz betonte, dass man dankbar über den Container ist, und hat bereits mit dem Altmarkkreis das Gespräch gesucht, um eine bessere Lösung zu finden. Aber die Entscheidung scheint final zu sein. Auf Nachfrage der AZ heißt es von Seiten der Behörde: „Der durch die Gebührenzahler finanzierte Grünschnittcontainer wurde der Gemeinde bis zu einer anderweitigen Möglichkeit der Entsorgung zur Verfügung gestellt. Die Bürger haben nunmehr, wie alle anderen Bürger des Kreises, die Möglichkeit, die Biotonne zu wählen, oder auch die zwischenzeitlich aufgebauten Wertstoffhöfe zu nutzen. Der Container wird nach der Grünschnittsaison 2018 abgezogen.“

Hinsichtlich dieser Stellungnahme scheint die Anschaffung einer Biotonne unausweichlich zu sein. Doch Schulz sieht dort gewisse Probleme zu Tage treten. Er konkretisiert: „Die Menschen bei uns haben zum Teil große Grundstücke und Gartenflächen. Dadurch gibt es so große Mengen an Bioabfällen, die niemals in die Tonne passt. Schulz warnt vor den Konsequenzen. Die Wertstoffhöfe liegen weit weg. Es werde einige geben, die den weiten Weg, angesichts der Menge dann auch mehrmals, nicht fahren wollen. Dann würden die Abfälle im Wald oder auf dem Feld landen. Das sei doch sicher nicht im Sinne des Altmarkkreises. Warum werde also die derzeitige Situation verändert? Eine Frage, die viele umtreibt. Die gute Nachricht ist, dass der Container noch bis Herbst vor Ort zu finden sein wird. Somit haben alle Betroffenen noch eine Schonfrist bis zur nächsten Gartensaison.

Von Stefan Wasinski

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