Kontrollverein Salzwedel zählt 12.516 Kühe in 42 Betrieben

Milch-Bilanz 2017: Drei Landwirte haben aufgegeben

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Mit drei, vier oder fünf Sternen wurden die erfolgreichsten landwirtschaftlichen Betriebe während der Jahreshauptversammlung des Milchkontrollvereins Salzwedel geehrt. Dabei konnte die GbR Plönnigs und Valdiek aus Cheinitz den besten Wert erreichen.

ann Winterfeld. Drei Landwirte haben im Vorjahr die Milchproduktion aufgegeben. Das sagte der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Salzwedel, Matthias Schulz, gestern während der Jahreshauptversammlung in Winterfeld.

Per 30. September 2017 gab es im Kontrollverein noch 42 Betriebe, führte der Geschäftsführer der Agrargesellschaft Gischau weiter aus.

Gestiegen ist hingegen die Anzahl der Milchkühe. Ein Plus von 186 Tieren sorgt für einen Bestand von 12.516 Vierbeinern im Verein. Auf die 42 landwirtschaftlichen Betriebe umgerechnet, sind es 298 Kühe pro Firma. In zehn Jahren hat sich die Anzahl der Milchbetriebe im Verein mehr als halbiert. Denn 1997 gab es noch 104 Firmen, die Milch produzierten. Heute sind es besagte 42.

Matthias Schulz, Chef des Milchkontrollvereins.

Hauptursache für den Rückgang in der Region sei, so Schulz weiter, der rückläufige Milchpreis. Derzeit liegt er bei 38 Cent je Kilogramm. Stellenweise bekamen einige Landwirte im Vorjahr auch 40 Cent. „Der Durchschnittsmilchpreis lag 2017 bei 38 Cent. Für 2018 wird er wieder deutlich nach unten gehen und sich bei 33 Cent einpegeln“, blickte der Kontrollvereinsvorsitzende voraus.

Dieser Preis sei dann unwirtschaftlich und werde weitere Milchbauern in Zukunft zum Aufgeben zwingen, prophezeite Matthias Schulz. 2012 bekamen die Landwirte sogar nur 27 Cent je Kilogramm. Der sinkende Milchpreis sei auch auf den schwindenden Export nach Russland aufgrund des Wirtschaftsembargos zurückzuführen.

Die gemeinsamen Jahreshauptversammlungen des Milchkontrollvereins und des Rinderzuchtvereins Salzwedel in Winterfeld waren auch Anlass, die erfolgreichsten Milchbetriebe der beiden Vereine des zurückliegenden Jahres zu ehren. Dabei konnte die Cheinitzer GbR Plönnigs und Valdiek mit einem Index von 7,06 den ersten Preis mit deutlichem Vorsprung vor der Jeetzer Agrar GmbH abräumen (siehe Infokasten). Die beiden Kreisvorsitzenden Jürgen Kersten (Rinderzuchtverein) und Matthias Schulz (Milchkontrollverein) ehrten die Sieger und Platzierten mit den beliebten Hoftorschildern.

Prof. Dr. Axel Wehrend (l.) war einer von mehreren Referenten der gestrigen Tagung in Winterfeld. Er sprach über tiergerechte Geburtshilfe.

Über Themen wie unter anderem die derzeit drohende Afrikanische Schweinepest und den Tierbestand im Allgemeinen im Altmarkkreis Salzwedel referierte Ramon Rulff vom Veterinäramt des Landratsamtes. Prof. Dr. Axel Wehrend von der Justus-Liebig-Universität Gießen sprach über tiergerechten Geburtshilfe.

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Im Überblick:

Verleihung von Sternen an Betriebe des Milchkontrollvereins Salzwedel:

Fünf Sterne:

• GbR Plönnigs / Valdiek Cheinitz Index

7,06

• Agrar GmbH Kalbescher Werder Jeetze

4,76

• Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier

3,99

• Benecke / Wachtel KG Packebusch

3,33

• Neuschulz / Kubitz GbR Siepe / Lübbars

3,30

Vier Sterne:

• Agrargenossenschaft Abbendorf

2,26

• Milchhof Sallenthin KG

2,08

• Agrargenossenschaft Jeggeleben

2,04

• Agrargenossenschaft Bonese

1,47

Drei Sterne:

• Jens Doose Recklingen

1,01

• Agrar GmbH Kerkau

0,80

• Torsten Lange Dülseberg

0,79

• Ehrecke GbR Kaulitz

0,71

• Wallstawe GbR

0,29

Wie setzt sich der Index zusammen?

Aus fünf Parametern: Kuhleistung (Fett-Eiweiß-Quotient je Kilogramm); Zellzahl pro Milliliter; Gesamtleistung der gemerzten Kühe in Milch-Kilogramm; Leistung je Nutzungstag ab Erstkalbetag; Merzungsrate. Diese Werte werden mit einer verbandsweiten Durchschnittsgröße verglichen.

Was bedeuten die Sterne?

Fünf Sterne gibt es für Betriebe, die zu den zehn besten Prozent im Land gehören. Bei vier Sternen sind es 20 Prozent, bei drei Sternen 30 Prozent. Der Index muss dabei größer als null sein.

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