600 Bierdeckel auf dem Tisch

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Bierdeckel und Kronkorken aus rund 20 Ländern: BWL-Student Eric Scholz (22) kennt sich aus in der faszinierenden Welt der Biere.

Diesdorf - Von Kai Zuber . Der Diesdorfer Eric Scholz sammelt seit sechs Jahren eifrig Kronkorken von Bierflaschen, gemeinsam mit einem Freund auch Bierdeckel. Der 22-jährige BWL-Student ist nicht nur fasziniert bei dem Gedanken an ein „kühles Blondes“. Ihn hat die Sammelleidenschaft gepackt. „Ich habe 2005 mit dem Sammeln von Kronkorken angefangen. Derzeit habe ich 627 Sorten zusammen“, sagt der Student.

Wenn Eric Scholz auf Reisen ist und seinen Durst stillt, dann schielt er zuallererst auf Biermarken, die er noch nicht kennt. Seine Reiselust, die sich in einer umfangreichen Sammlung widerspiegelt, beginnt natürlich im Bierland Deutschland mit den Marken „Hasseröder“ und „Warsteiner“.

Seit 1516 gibt es hier das Reinheitsgebot. „Binnen kurzer Zeit kamen Kronkorken und Bierdeckel aus knapp 20 verschiedenen Ländern zusammen“, sagt Eric. Unter den Souvenirs sind Bierrelikte aus der Mongolei, Taiwan, Indien und sogar ein Reisbier-Kronkorken. „Die meisten Biere habe ich selbst getrunken, andere Kronkorken und Bierdeckel bringen mir Freunde und Nachbarn von ihren Reisen mit“, berichtet Eric Scholz. Erst kürzlich bekam er Nachschub aus aller Herren Länder, darunter farbenfrohe Pappdeckel von „Alaskan Beer“, „Arctic Red“, „Glacier“ und „Yukon Gold“ aus Nordamerika. Während Goldsucher, Abenteurer, Trapper, Eisgletscher und Wasserflugzeuge dort die Motive darstellen, sind es verwegene Piraten, welche die kubanischen Bierdeckel von „Cristal“ und „Bucanero“ zieren. Von der kommunistischen Karibikinsel stammt auch Erics vermutlich wertvollster Bierdeckel. Das dreieckige Stück Pappe stammt aus einer der viel gepriesenen Lieblingskneipen von Amerikas Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway in Havanna. Der Literat selbst hat sich per Namensschriftzug an der Wand verewigt und nun ist seine Unterschrift auch auf dem Bierdeckel.

Quasi vom anderen Ende der Welt stammt ein weiteres seltenes Gerstensaft-Relikt: Es ist ein Bierdeckel von „Gilley’s Roadhouse Club“ in Angeles City auf den Philippinen. Früher war die ganze Stadt ein einziges Militärlager der US-Armee. Heute erinnert der wuchtige Vulkankrater des Mount Pinatubo noch an den jüngsten Ausbruch 1991. „So gesehen ist meine Sammlung eine interessante und spannende Reise rund um die Welt“, sagt Scholz. Angesichts der vielen Sammlerobjekte denkt der Diesdorfer derzeit darüber nach, wie sie angesichts des ständigen Zuwachses sinnvoll geordnet werden kann. „Ich werde mir wohl oder übel bald passende Ordner anschaffen müssen“, so Eric Scholz.

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