Ökodorf plant freie Schule / Lüdemann: „Druck auf andere Einrichtungen wächst“

Betrieb ab 2012 angestrebt

Vom Waldkindergarten direkt in die Freie Schule? Hat das Ökodorf Sieben Linden mit seinem Antrag Erfolg, könnte es bereits ab dem nächsten Schuljahr die ersten Einschüler in Poppau geben. Foto: Mittank

Poppau / Beetzendorf. „Jeder hat das Recht, eine Bildungseinrichtung mit dem Ziel der Bereicherung der gegenwärtigen Schullandschaft aufzubauen.

“ Mit dieser Aussage nimmt die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, Christiane Lüdemann, Stellung zu den Plänen von Bewohnern des Ökodorfes Sieben Linden, eine private Schule in der Nähe von Poppau gründen zu wollen (wir berichteten).

Christiane Lüdemann war von den Initiatoren aus dem ökologischen Wohnprojekt, in dem gegenwärtig etwa 90 Erwachsene und 40 Kinder leben, bereits im Sommer über das Vorhaben informiert worden, wie sie im Gespräch mit der Altmark-Zeitung sagte. Die Genehmigung und ein dauerhafter Betrieb der Schule vorausgesetzt, habe der Altmarkkreis als zuständige Behörde die Bildungseinrichtung dann im Schulentwicklungsplan zu berücksichtigen, so Christiane Lüdemann. Das Ziel, die Schülerzahlen an den bisher existierenden Bildungseinrichtungen konstant zu halten, um nicht womöglich Schulen schließen zu müssen, werde unter diesen Voraussetzungen allerdings schwieriger zu erreichen sein, sagte die VG-Chefin.

Soll der Unterricht, wie von den Initiatoren geplant, bereits zum Beginn des Schuljahr 2012/13 aufgenommen werden, so muss bis zum 1. Januar des kommenden Jahres der Antrag für die Betriebsgenehmigung der Schule sowie für die Unterrichtserlaubnis beim Bildungsministerium eingereicht werden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Bindend für die Antragssteller wie auch die Genehmigungsbehörde sei die Ersatzschulverordnung des Landes. Diese fordert von den Antragstellern unter anderem ein pädagogisches Konzept, die Angaben zur Schülerentwicklung sowie einen Finanzplan, der den Betrieb der Schule für mindestens drei Jahre sicherstellt. Denn erst nach Ablauf dieser Zeit würde das Land eine Finanzhilfe gewähren und zwar durch eine Pauschale für jeden Schüler. „Finanzhilfe wird gewährt, indem für jede Schülerin oder jeden Schüler der Ersatzschule, der am ersten Unterrichtstag des Schuljahres die Schule besucht, ein pauschalierter Betrag für die Dauer des Schuljahres gezahlt wird. Verlässt eine Schülerin oder ein Schüler im Verlaufe des Schuljahres die Schule oder kommt eine Schülerin oder ein Schüler hinzu, erhält der Schulträger den Schülerkostensatz nur für die Zeit der Verweildauer des Schülers an der Schule“, heißt es in der Verordnung.

Der Altmarkkreis Salzwedel ist in das Genehmigungsverfahren für die private Schule nicht einbezogen. Im Kreis gibt es gegenwärtig vier Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft, davon drei Grundschulen und eine Integrierte Gesamtschule.

Von Norman Reuter

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