Stapen: 40 getestete Schweine sind seuchenfrei

Betreuungsvertrag aufgelöst

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ha Stapen. Die Neuigkeiten zum Problem mit den rund 140 Ex-Mastschweinen in Stapen überschlugen sich gestern. So wurde der Betreuungsvertrag von Seiten Sabine Schmutzlers, die den Tieren, Eigentum des Vereins „Rüsselheim“, Obdach gibt, aufgelöst.

Gründe waren laut eines Angehörigen die Überforderung mit der Situation. Zitat aus Stapen: „Wir sollten hier als Stallknechte arbeiten, nicht mehr und nicht weniger, diese Arbeit schafft man aber nicht, wenn man nebenbei noch zig andere Dinge machen muss und vor allem Zigtausende in Umbauten investieren muss, die am 2. Februar hinfällig wären. “.

Zur Erinnerung: Der Altmarkkreis erteilte die Auflage, dass die Schweine bis zum 2. Februar woanders untergebracht werden müssen. Sabine Schmutzler auf AZ-Nachfrage: „Ja, wir haben gestern den Betreuungsvertrag für die hier untergebrachten Schweine aufgelöst. Die Gründe sind Unzuverlässigkeit seitens der Rüsselheim-Vereinsführung und viele größere und kleinere Dinge, die leider alle dazu führen, dass diese Tiere durch Rüsselheim keinerlei Rettung erfahren werden. Da es nun auch um Schadensbegrenzung für uns geht, haben wir leider keine andere Möglichkeit mehr. Wir wollten helfen und sind schamlos ausgenutzt worden. Ein Rechtsanwalt ist bereits damit beschäftigt, die Angelegenheit zu klären, Doris Rauh (Rüsselheim, d.Red.) ist informiert und das Veterinäramt auch.“ Man werde sich aber „selbstverständlich darum bemühen, für die Tiere trotzdem eine neue Heimat zu finden“.

Die sofortige Auflösung des Vertrages bedeutet nach Ansicht Schmutzlers, dass Rüsselheim die Tiere umgehend woanders unterbringt. „Eine weitere Haltung auf unserem Grundstück ist ausgeschlossen.“ Falls der Verein die Schweine nicht abholt, „kann ich verwerten“, erklärte gestern Sabine Schmutzler, „sprich Verkaufen und sie bekommt dann das Geld“. Mit „sie“ ist Doris Rauh vom Verein Rüsselheim gemeint.

Minuten zuvor hatte die AZ mit dem Kreisdezernten Hans Thiele über die Blutproben der Schweine gesprochen. Hans Thiele: „Die ersten 40 Proben sind untersucht und liegen vor. Es sind keine anzeigepflichtige Tierseuchenkrankheiten vorhanden. Wir warten jetzt noch auf die fünf Proben der Tiere, die kurzzeitig im Landkreis Stendal untergebracht waren.“ Diese werden voraussichtlich bis Dienstag vorliegen. „Erst dann können wir den Gesamtbestand freigeben“, sagte Hans Thiele. Das habe das Amt dem Eigentümer (Verein Rüsselheim) mitgeteilt. „Die können jetzt ihre Energie darauf verwenden, uns Plätze zu nennen, wo die Tiere hinkönnen“, erklärte der Dezernent, „wir haben uns bereiterklärt, dort mit den Behörden zu sprechen.“

Von den Entwicklungen überrollt wurde eine am Donnerstag auf www.petitionen24.com erstellte Petition für die Tiere. Ersteller ist Reinhold Kassen von Animal Peace / Rüsselheim. Es unterschrieben zwar im Minutentakt immer mehr, nach nicht einmal 24 Stunden über 1000, aber ein Satz wie „Wir wollen die Zuständigen vor Ort nochmals inständig um Zeitaufschub und größtmögliche Nachsicht bitten (...)“ ließ die Petition angesichts des aufgelösten Betreuungsvertrages veraltet wirken.

Am Abend meldete sich Reinhold Kassen telefonisch: Von der Vertragsauflösung habe er gehört, diese aber noch nicht erhalten. Er habe mit Hans Thiele gesprochen und stimme mit diesem komplett überein. Die Tiere sollen bald abtransportiert werden. Er schicke jetzt zwei Helfer, die sollen sich ab sofort um die Tiere in Stapen kümmern. „Wir möchten das sauber abschließen und schaffen das auch.“

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