Gäste aus der Heimatgemeinde von Karl Schneider tourten durch die Verbandsgemeinde

Besuch aus der Steiermark

Am Freitagabend empfingen Karl und Bärbel Schneider die Gäste aus der Steiermark um Bürgermeister Erich Prem (l.). Foto: Lieske

Ahlum. Besuch aus der Steiermark bekam am Wochenende der Rohrberger Bürgermeister Bernd Schulz. Der Gemeinderatsvorstand von Gersdorf hatte sich auf den 900 Kilometer weiten Weg in die Altmark gemacht, um zu sehen, wo sich Karl Schneider vor 20 Jahren niedergelassen hat.

Der Seebesitzer stammt aus Gersdorf. Einmal im Jahr, zum Parkfest, fährt er in seine Heimat nach Niederösterreich, freute sich Bürgermeister Erich Prem, dass der Wahl-Altmärker den Kontakt zu seiner Heimatgemeinde hält.

Vor einem Jahr nahm Karl Schneider den Rohrberger Bürgermeister sowie Ratsmitglied und Tischlermeister Axel Pieper mit nach Gersdorf. Dort erlebten die beiden einen großen Empfang. Sie lernten die Gemeinde genau kennen und stellten Gemeinsamkeiten fest. „Gersdorf und Rohrberg sind etwa gleich groß“, berichtete Erich Prem. Und beide Gemeinden wurden während einer Gebietsreform aus drei Gemeinden zusammengesetzt. Während dieser Zusammenschluss in Rohrberg erst zwei Jahre zurückliegt, war die Fusion zur Gemeinde Gersdorf bereits im Jahr 1968. Gut 40 Jahre später steht nun eine neue Gebietsreform in der Steiermark ins Haus. „Die Identität geht verloren. Kosten werden dabei nicht gespart“, sagte der Gersdorfer Bürgermeister im AZ-Gespräch. Die Ängste und Bedenken sind ähnlich wie die vor der Reform in Sachsen-Anhalt. Und so war der Schwerpunkt des Besuches, Erfahrungen aus der Gebietsreform zu sammeln. Die Delegation besuchte die Verbandsgemeindebürgermeister Christiane Lüdemann. Sie erläuterte die Reform und informierte über das Gebilde Verbandsgemeinde.

In Österreich gibt es neben dem Gemeinderat einen Gemeindevorstand. Dieser setzt sich aus dem Bürgermeister, dem Vize-Bürgermeister und dem Gemeindekassierer zusammen. Beide brachte Erich Prem mit, und zwar den Weinbaumeister Hans Burger und den Müllermeister Josef Schafler. Die Meisterrunde komplettierte das Ratsmitglied Bernhard Gölles. Er ist Schmiedemeister.

Die flache Landschaft der Altmark gefiel den Besuchern aus dem etwa 320 Meter hoch gelegenen Gersdorf. Vor allem der idyllisch gelegene See. Naturbelassene Uferbereiche gebe es in ihrer Heimat kaum, berichteten die Gäste.

Nach ihrer Ankunft am Donnerstagnachmittag unternahm die Delegation am Freitag eine kleine Rundreise durch die Verbandsgemeinde. Die Österreicher besuchten die Kitas in Rohrberg und Ahlum und sahen sich im Betrieb des Tischlermeisters Axel Pieper um. Nach dem Besuch in Beetzendorf ging es nach Diesdorf. Insbesondere der Weinbaumeister interessierte sich für die dortige Mosterei, berichtete Bürgermeister Bernd Schulz. Die Rundreise führte weiter nach Tangeln. Dort stellte Günter Willer die Biogasanlage und die Nutzung der Abwärme vor. In Gersdorf werden kleine Heizkraftwerke mit Hackschnitzeln bestückt, um kommunale Gebäude zu versorgen. Die Energieversorgung aus Biogasanlagen sei rückläufig, da Österreich eine nicht so hohe Einspeisevergütung wie Deutschland habe, erfuhren die Gastgeber. Die Rundreise wurde mit einem Essen in Klötze beendet. Vor ihrer Abreise nutzten die Gäste die Gelegenheit für einen Besuch in der Autostadt.

Ob die entstandenen Kontakte intensiviert werden, müsse die weitere Entwicklung zeigen, sagte Bernd Schulz auf AZ-Anfrage.

Von Peter Lieske

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare