Zu hohe Kosten befürchtet / Ratsmitglied spricht von „Luxusvariante“

Beregnungsanlage sorgt für Diskussion im Gemeinderat

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Der Bolzplatz hinter der Kuhfelder Altmarkhalle wird saniert und soll auch eine Beregnungsanlage bekommen. Neben Fußballspielen finden auf ihm auch verschiedene Veranstaltungen von Vereinen und der Gemeinde statt. 

Siedenlangenbeck. Bei der jüngsten Sitzung des Kuhfelder Gemeinderates am Dienstag in Siedenlangenbeck stand das Thema Haushalt 2018 auf dem Programm. Dabei ging es auch um die Ausgaben für die Sanierung des Bolzplatzes in Kuhfelde (die AZ berichtete).

Ein zusätzlicher Kostenfaktor für die Gemeinde ist dabei mit der Installierung einer Beregnungsanlage verbunden, da es hierfür im Gegensatz zu den anderen notwendigen Maßnahmen für den Platz keine Fördermittel gibt. Ein Angebot für die Beregnungsanlage in Höhe von rund 16 000 Euro liege vor, erklärte Bürgermeister Frank Leskien. Der Kuhfelder Sportverein gibt 2000 Euro dazu. Den Rest müsste die Gemeinde tragen.

Ratsmitglied Daniel Mindach erläutert die Summe: „Es handelt sich um eine handelsübliche, versenkbare Beregnungsanlage, die den Platz vollständig abdeckt. Sie ist mit Zeitschaltuhren einstellbar.“ Der Platz wird nicht nur zum Fußballspielen benutzt, sondern dient auch der Feuerwehr oder anderen Vereinen der Gemeinde als Veranstaltungsfläche. Dass durch die Beregnungsanlage die Rasenfläche einen guten Zustand habe, sei also im allgemeinen Interesse, hieß es. Aufgrund der vernünftigen Rücklagen der Gemeinde, wäre das Geld auch prinzipiell verfügbar, erklärte Leskien.

Doch Günther Serien, stellvertretender Bürgermeister, äußerte Bedenken: „Der Bolzplatz ist kein normgerechter Platz. Es können also keine Punktspiele darauf stattfinden. Der Sportverein hätte nicht so richtig was davon. Wir sprechen hier von einer Luxusvariante. Da habe ich Bauchschmerzen. Wir diskutieren hier über Straßen und kommen nicht weiter und da bauen wir goldene Wasserhähne.“ Leskien konterte: „Den Vorschlag dazu hat der Sportverein gemacht. Es wurde sich ja für Fördermittel bei der Beregnungsanlage starkgemacht, aber da ist man leider gescheitert.“ Weitere Hintergründe erklärte Ratsmitglied Kathrin Vorpahl vom Kuhfelder Sportverein 1949. „Der Hauptplatz ist ohne Frage der wichtigste Platz. Da müssen wir nächstes oder übernächstes Jahr versuchen, neue Fördermittel zu beantragen. Diese Möglichkeit gibt es“, so Vorpahl. Sie argumentiert: „Die Spiele von den älteren Herren und den Kindern können verstärkt auf dem Bolzplatz stattfinden, da sie kleinere Felder benötigen. Wir wollen doch die Jugend aufbauen. Außerdem würde durch die Auslagerung der Hauptplatz auch weiter geschont.“

Darüber hinaus sei es laut externer Expertenmeinung schwieriger, für den Hauptplatz Fördermittel zu erhalten, wenn dort Schulsport stattfindet. Der könnte dann auch verlegt werden. Doch, dass Fördermittel keine Selbstverständlichkeit sind, machte auch Leskien deutlich: „Fördermittel zu beantragen, ist jedes Mal ein neuer Kampf. Wir werden versuchen, welche zu kriegen, aber versprechen kann man nichts.“

Insgesamt war im Rat eine geteilte Meinung zu sehen. Die Befürchtung, dass der Bolzplatz immer höhere Kosten verursacht, war deutlich zu spüren. Mit einer Abstimmung wurde knapp die vollautomatische Variante bevorzugt, für die man jetzt konkrete Angebote zu den Kosten und einen Zeitplan einholen möchte.

Von Stefan Wasinski

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