Premiere in der VG-Beetzendorf-Diesdorf: Erste Ladesäule für Elektroautos in Hohengrieben

Bequem zu Hause Strom tanken

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Junior Michel Fuhrmann lädt in Hohengrieben den ersten E-Golf seines Vaters. Die Normal-Ladestation dafür ist vorhanden. Eine modernere Schnellladestation soll noch für dieses Jahr bereits eingeplant worden sein. 

Hohengrieben / Altmark. Einfach bequem zu Hause Strom tanken, während man isst, einen Kaffee trinkt oder ein Nickerchen macht – das ist die Zukunft in Sachen Automobil-Entwicklung in Deutschland.

Einmalig in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf ist die Premiere der ersten Ladesäule für Elektro-Autos in Hohengrieben. Der kleine Diesdorfer Ortsteil ist damit Vorreiter in der Region, denn öffentliche Ladesäulen gibt es bislang kaum in der westlichen Altmark, da muss der stolze Besitzer eines Elektroautos entweder nach Salzwedel oder nach Wittingen fahren.

„Mit unserer neuen Ladesäule wird den Besitzern von Elektroautos die Reichweitenangst auf dem Lande genommen. Die Zukunft hat in Hohengrieben begonnen. Das Auto steht immer voll einsatzbereit zu Hause“, erklärt Initiator Dr. Tino Fuhrmann aus Hohengrieben. Der Volkswagen-Manager ist Projektleiter „Modularer Elektrobaukästen“ und pendelt täglich von der Altmark zur Arbeit nach Wolfsburg. Neuerdings natürlich auch per Elektroauto. „Eine Smartphone-App zeigt alle verfügbaren Ladestationen an. Doch da sieht es bezüglich der Dichte trotz der bereitgestellten Fördergelder hierzulande noch ziemlich mager aus“, so Dr. Fuhrmann. Doch die Nachfrage nach E-Autos, wie dem neuen Golf-Modell aus Wolfsburg, steigt. Wenn erst einmal eine gesunde Anzahl von Neukunden mit E-Autos gefahren und zufrieden ist, wird auch das Netz an Ladestationen immer dichter, hieß es.

In dem Ort Hohengrieben gibt es zunächst eine einfache Elektro-Ladestation mit bis zu 22 Kilowatt-Wechselspannung. Ziel ist es aber, noch im Verlauf dieses Jahres in dem kleinen Ortsteil eine sogenannte Schnellladesäule zu errichten. „Eine solche gibt es in der Nähe bislang nur in Wittingen“, so Fuhrmann. Viel moderner und bequemer soll in Zukunft auch die Abrechnung für Kunden laufen, die an den öffentlichen Elektro-Ladesäulen Strom tanken wollen. Elektronische Zahlungssysteme wie zum Beispiel „Paypal“ sollen dort verstärkt zum Einsatz kommen.

Hintergrund: Mit der „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ und den jeweiligen Aufrufen soll ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzerfreundliches Netz an Ladeinfrastruktur initiiert werden, sodass die Nutzer von E-Fahrzeugen überall in Deutschland schnell und unkompliziert nachladen können. Hierfür werden bis 2020 insgesamt 300 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt.

Die Förderrichtlinie und die jeweiligen Aufrufe dienen in erster Linie der Errichtung von Schnellladeinfrastruktur. Daneben soll aber auch der weitere Ausbau von Normalladestationen unterstützt werden, um die Kundenbedürfnisse (z.B. Nachladen bei Warenhaus-, Restaurant-, Kinobesuchen etc.) je nach Park- und Fahrverhalten abzudecken. Sachsen-Anhalt ist diesbezüglich im Vergleich zu anderen Bundesländern noch Bummelletzter, betonen Experten.

Von Kai Zuber

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