Apenburger Angler sind sauer auf Mitarbeiter der Kreisverwaltung / Wasser aus der Purnitz lebenswichtig für Teiche

Behördenkrieg um wichtigen Zufluss

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Der Angler Hilmar Reichelt zeigt die kleine Gefällestrecke an der Purnitz, die schwierig zu regulieren ist. Kurz davor befindet sich der Teich-Einlauf. 

Apenburg. Der Apenburger Angler Hilmar Reichelt ist erbost: „Schauen Sie mal hier: Diesen Einlauf an der Purnitz gibt es bereits seit Jahrzehnten. Er versorgt unsere Gewässer und damit die Fische mit dem nötigen Wasser.

Ohne diesen Zufluss sind wir alle aufgeschmissen“, macht Reichelt klar. Derzeit gibt es Ärger wegen dieser Wasserrechte, die aus Sicht der Vereinsfreunde der Ortsgruppe, so etwas wie ein Gewohnheitsrecht sind.

Die Apenburger Angler sind sauer auf die Kreisverwaltung des Altmarkkreises Salzwedel. Wie es bei der jüngsten Versammlung der Petrijünger hieß, wolle konkret ein Mitarbeiter der Wasserbehörde quasi im Alleingang über den Zulauf in die Teiche und damit die Wasserrechte entscheiden. Der Vorwurf der Amtswillkür steht im Raum, weil der besagte Mitarbeiter nicht annähernd kooperativ sei. Den Anglern schwant daher nichts Gutes. „Das Wasser aus der Purnitz ist lebenswichtig für unsere teilweise frisch sanierten Apenburger Teiche. Fischotter und Eisvogel sind hier in dem Biotop zu Hause. Ohne den Zufluss aus der Purnitz und die Wasserrechte können wir einpacken“, sagte Ortsgruppenchef Sebastian Büst.

Der Vorstand der Apenburger Anglergruppe um den Vorsitzenden Sebastian Büst (2.v.l.) kämpft um die Wasserrechte für die Teiche.

Gerade erst ist die letzte Böschung eines Teiches fertig saniert worden, da kam es zum Konflikt mit der Wasserbehörde. „Es kann doch nicht sein, dass ein einzelner Sachbearbeiter über das Wohl und Wehe unseres Vereins bestimmt. Da muss es doch einen Weg geben“, hieß es während der Zusammenkunft der Petrijünger am Freitag im „Lindenhof“.

Der derzeitige Wassereinlauf aus der Purnitz in die Apenburger Teiche befindet sich an einer tiefen Stelle vor einer kleinen Staustufe gleich hinter der Brücke. Das Problem: Die großen Findlingssteine dort können zur Regulierung der Wassertiefe nicht von den Anglern bewegt werden. Dafür sind sie zu schwer.

Nun befürchten die Apenburger Angler, dass sie für 2019 keine Genehmigung mehr für das Wasserrecht bekommen. Doch ohne Purnitz-Wasser würden die Karpfen auf dem Trockenen schwimmen und die Arbeit der Teichsanierung wäre umsonst. Sogar die Verdunstung des Teichwassers sei von der zuständigen Behörde berechnet worden – ein Detail, über das die Angler den Kopf schütteln.

Hintergrund: Die Gefällestrecke im Fließgewässer der Purnitz war vor Jahren durch den Bau der Kläranlage entstanden. Nun ist es ohne Staustufe schwierig, den Zufluss zu den Teichen zu gewährleisten. „Wir haben der Behörde bereits etliche Vorschläge unterbreitet, darunter den Einbau einer Fischtreppe, aber nichts schien denen recht“, so Sebastian Büst resigniert. Doch viele Angler geben sich kämpferisch: Ein Gespräch mit dem Landrat und der zuständigen Amtsleiterin soll alles richten, denn es gibt keine schriftliche Genehmigung oder Zusage über die Wasserentnahme aus der Purnitz – auch nicht aus DDR-Zeiten.

Von Kai Zuber

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