Sabine Hornkohl: „Lehrer ist ein schöner Beruf“

Beetzendorfer Sekundarschulleiterin in den Ruhestand verabschiedet

Schüler auf dem Pausenhof
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Eine rührende Geste: Die Schülerinnen und Schüler der Beetzendorfer Sekundarschule stellten sich auf dem Pausenhof auf und bildeten dabei ein großes Herz, um sich von Sabine Hornkohl zu verabschieden.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Das ganze Arbeitsleben lang nur einen Beruf auszuüben, ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Sabine Hornkohl aus Salzwedel aber hat dies geschafft: Sie hat 42 Jahre als Lehrerin gearbeitet. Ende Juli wurde sie als Leiterin der Beetzendorfer Sekundarschule in den Ruhestand verabschiedet. Dabei wollte sie ursprünglich gar nicht Lehrerin werden, sondern Ärztin.

„Ich wollte Humanmedizin studieren, durfte das aber in der DDR nicht. Durch die staatliche Lenkung habe ich dann zum Lehrerberuf gefunden“, erinnert sich die 65-Jährige zurück. Allerdings habe sie ganz bewusst die Fächerkombination Physik/Mathematik gewählt, weil das unverfänglich, frei von Ideologie gewesen sei.

Sabine Hornkohl hat 42 Jahre als Lehrerin gearbeitet.

Nach dem Studium in Halle war 1979 die Heine-Schule in Salzwedel ihre erste Stelle gewesen. „Dort blieb ich bis zur Wende.“ Es folgten das Jahn-Gymnasium, wo Sabine Hornkohl aber nur ein Jahr wirkte und die Jenny-Marx-Schule, wo sie 13 Jahre lang das Amt der Schulleiterin innehatte. 2004 wurde die Lehrerin an die Beetzendorfer Sekundarschule versetzt.

„Eine ländliche Schule war für mich Neuland“, blickt Hornkohl zurück. Zumal die Beetzendorfer Sekundarschule durch die Betreuung von drei Kinderheimen (Apenburg, Recklingen und Winterfeld) immer eine besondere Herausforderung gewesen sei. Genau so wie der Beetzendorfer Schulstandort an sich, der bis 2015/16 nie sicher gewesen sei. Erst dann wurde er endgültig festgeschrieben.

Besonders gern denkt Sabine Hornkohl an das Jahr 2018 zurück, als Schüler und Lehrer von der Außenstation Klötze zur zuvor sanierten Bildungseinrichtung in Beetzendorf zurückkehrten: „Es war einfach nur schön, als wir wieder ankamen. Ein blühendes Haus.“

Um so schwerer fiel der nun ehemaligen Leiterin der Abschied von ihrer Schule. Zumal sich die Schüler noch etwas Besonderes einfallen lassen hatten: Sie hatten sich auf dem Pausenhof versammelt und gemeinsam ein großes Herz gebildet. Und das Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ gesungen. Emotionaler kann ein Abschied wohl kaum sein. Hornkohl: „Da ist dann schon auch die eine oder andere Träne geflossen. Bei den Schülern und bei mir.“

Hat sie es eigentlich nie bereut, Lehrerin geworden zu sein und nicht Ärztin? „Nein, Lehrer ist ein schöner Beruf.“ Es habe ihr immer Spaß gemacht, mit jungen Menschen zu arbeiten. Sie habe ihren Beruf auch nie nur als Beruf gesehen, sondern immer gewollt, „dass alle zufrieden und glücklich sind“.

Und wie will Sabine Hornkohl die nun reichlich vorhandene Zeit des Ruhestandes nutzen? Langeweile habe sie jedenfalls keine. Und nennt ihr Haus mit Garten, Hobbys wie Lesen, Radfahren und Wandern, dazu noch einen Hund.

Sabine Hornkohl bedankt sich bei allen Kollegen, auch denen, die vor ihr in den Ruhestand gegangen sind, den Schulsozialarbeitern, allen weiteren Schulmitarbeitern und auch den Verantwortlichen beim Kreis und beim Schulamt.

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