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Beetzendorfer Rat hat noch keinen Leitfaden für Solarparks auf Ackerflächen

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Von: Christian Reuter

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Solarpark
Einen Solarpark gibt es bisher noch nicht auf dem Gebiet der Gemeinde Beetzendorf, allerdings liegen mehrere Anträge zum Errichten solcher Anlagen vor. Der Sozialausschuss befasste sich während seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema, konnte aber noch keine Empfehlung für den Gemeinderat treffen. © DPA / Sven Hoppe

Auch in der Gemeinde Beetzendorf liegen inzwischen mehrere Anträge zum Errichten von Solarparks auf Ackerflächen vor. Doch bisher hat sich der Gemeinderat noch nicht auf einen Leitfaden, unter welchen Bedingungen diese sogenannten Agrivoltaikanlagen genehmigt werden sollen, verständigt. Während der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses wurde das Thema zumindest schon einmal ausführlich besprochen.

Beetzendorf. „Es ist ein enormer Aufwand für die Gemeinden, Konzepte zu Solarparks zu entwickeln. Für mich ist es total schwer zu entscheiden“, sagte die Ausschussvorsitzende Christel Rosenbaum. Deshalb habe sie vier Landwirte befragt, zwei seien für und zwei eher gegen Agrivoltaikanlagen gewesen.

Aus Schinne bei Bismark war Theodor Aue zur Ausschusssitzung gekommen. Ihn hatte Christel Rosenbaum zuvor aber nicht befragt. Theodor Aue ist den Schritt vom Landwirt zum Energiewirt gegangen. „Ich habe vor zwei Jahren die Milchproduktion eingestellt und arbeite jetzt mit einer Solarfirma zusammen“, berichtete er. Dieses Unternehmen betreibe seit knapp zehn Jahren bei Belkau im Landkreis Stendal eine 4,5 Hektar große Agrivoltaikanlage.

„Mit Photovoltaik kann ich das 50-fache an Energie gewinnen gegenüber Biomais. Und das ohne den Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Diesel für die landwirtschaftlichen Maschinen“, stellte Theodor Aue die Vorzüge von PV-Anlagen vor, die seiner Aussage nach zurzeit den günstigsten Strom erzeugen können. Zudem liege bei Solarparks der Versiegelungsgrad bei unter 0,2 Prozent, da sich lediglich die Pfosten der Anlagen im Boden befänden.

Da solche Anlagen aber auf dem „Hoheitsgebiet der Gemeinde“ entstehen würden, sei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erforderlich, der von der Gemeinde beschlossen werden müsse. Danach könne der Vorhabenträger beim Landkreis einen Bauantrag stellen.

Norman Schulz, Vorstand der Landwirtschaftsprodukte-Genossenschaft Bandau, drückte sein Unverständnis darüber aus, dass bisher für PV-Anlagen nur Ackerflächen mit noch recht guten Bodenpunkten genutzt würden. „Dafür kann man doch auch Grünland nehmen, zumal es in den Betrieben immer weniger Tiere gibt.“

Das sah Wilfried Schröder aus Peertz ähnlich. Er plädierte dafür, die Grenzen beim Errichten von Solarparks auf Ackerflächen nicht zu eng zu ziehen. „PV-Anlagen sind keine Versiegelung. Man kann auch gleichzeitig Lebensmittel und Energie produzieren“, sagte er. Zudem würden sich die Landwirte mit solchen Anlagen eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen, was auch für die Wertschöpfung der Region von Vorteil sei.

Für Dirk Frenzel aus Käcklitz klang das alles zu positiv. Es sollten auch andere Aspekte berücksichtigt werden. Deshalb soll es bald eine weitere Veranstaltung zum Thema Solarparks geben.

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